ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2002Gesundheitszentren: Hochinteressant

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Gesundheitszentren: Hochinteressant

Drescher, Th.

Zu dem Beitrag „Vom Auslaufmodell zur Alternative“ von Dr. med. Eva A. Richter in Heft 43/2001:
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LNSLNS Ein hochinteressanter Artikel, vor allem für einen seit 1981 im Osten des Landes tätigen Kollegen, der bis heute das gnadenlose Abwickeln der Polikliniken aus fachlicher Sicht nie hat verstehen können. Aber warum gibt man nicht zu, dass eine gut gemanagte Poliklinik eine doch weitaus effektivere Struktur sein kann als eine Vielzahl von Einzelpraxen? Darüber hinaus – wie die Aussagen der angeführten Kollegen belegen – liegen hohe Zufriedenheit vor, uneingeschränkte fachliche Entscheidungsbefugnis, ausschließliche Konzentration auf den Patienten und Gehälter, von denen ein niedergelassener Facharzt mit voller Kreditbelastung in Sachsen-Anhalt nur träumen kann . . .
Zweifelsohne bietet die Freiberuflichkeit dem Arzt die Möglichkeit, bei gefüllten Sozialkassen, geringer Arbeitslosigkeit und Hochkonjunktur der Wirtschaft sehr viel Geld zu verdienen. Nur, dass das eben nicht dauerhaft funktioniert, sehen wir jetzt gerade im Osten sehr drastisch. Was hat diese Möglichkeit eigentlich mit unserer ethischen ärztlichen Aufgabe zu tun? Außerdem, wo ist die Grenzziehung des viel Verdienens? Im Markt eigentlich nur durch die Menge an erbrachter Leistung, aber wo führt das tatsächlich hin? Die freie Niederlassung beinhaltet immer den Zwang (Wirtschaftlichkeit des Unternehmens Praxis) und das Bedürfnis (Sozialstatus), Gewinn zu machen, und damit ist a priori jede konsequent wirtschaftliche Umgangsweise mit dem Ausmaß an möglichen Leistungen infrage gestellt. Dies erfordert einen zunehmenden bürokratischen zwanghaften Kontroll- und Begrenzungsmechanismus, der zwangsläufig das Marktprinzip auf der Einnahmenseite außer Kraft setzt und auf der Ausgabenseite unbegrenzt weiterwirken lässt . . .
Dr. med. Th. Drescher, Markt 16, 06333 Hettstedt
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