ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2002Terror: Antiamerikanisch

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Terror: Antiamerikanisch

PP 1, Ausgabe Januar 2002, Seite 33

Freitag, Jens

Zu dem Beitrag „Ohne Ursachenforschung keine Konfliktlösung“ von Dr. med. Horst Hoffmann und dem Kommentar „Humaner ist die Prävention“ von Norbert Jachertz in Heft 46/2001 haben wir eine Fülle von Zuschriften bekommen – überwiegend positive, aber auch einige sehr kritische. Nachstehend eine repräsentative Auswahl:
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LNSLNS Dass nun antiamerikanische Artikel im DÄ veröffentlicht werden, hat mich entsetzt. Wer will hier seine kruden, fahrigen Ideen den Lesern aufzwingen? Herr Hoffmann reiht in seinem Artikel Anschuldigung auf Anschuldigung gegen die USA aneinander. Missachtung von Menschenrechten und fremden Kulturen wirft er ihnen vor. Die Taten der Terroristen werden von ihm dagegen relativiert, fast entschuldigt. Er scheint zu vergessen, dass die Terroristen von New York eben keine entrechteten Flüchtlinge waren, sondern meist aus wohlhabenden Familien stammten und eine gute Ausbildung genossen. Entgegen den Vermutungen Herrn Hoffmanns litten sie eben nicht daran, dass Werte wie Freiheit, Toleranz, Menschenwürde noch nicht für alle Menschen gelten. Gerade diese Werte wollten sie bekämpfen, nicht Freiheit und Demokratie war Ziel, vielmehr sahen sie in Terrorregimen wie dem der Taliban in Afghanistan ihr Vorbild. Widerwärtig ist die Belehrung der USA am Ende seines Artikels („Wir haben, anders als die USA, die Flächenbombardements auf unsere Großstädte mit Bergen von Leichen noch gut in Erinnerung.“). Sollen sich die USA jetzt etwa dafür entschuldigen, den Nazi-Terror durch militärische Gewalt gebrochen zu haben? Muss man ausgerechnet den Amerikanern moralisch überheblich Lehren über den Zweiten Weltkrieg erteilen?
Jens Freitag, Eutighofenstraße 12, 73525 Schwäbisch Gmünd
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