ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2002Kognitive Verhaltenstherapie: Wirksamkeit bei Bulimia nervosa

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Kognitive Verhaltenstherapie: Wirksamkeit bei Bulimia nervosa

PP 1, Ausgabe Januar 2002, Seite 43

MS

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LNSLNS Zur Behandlung der Bulimia nervosa wird häufig die kognitive Verhaltenstherapie eingesetzt mit Besserungserfolgen von 40 bis 50 Prozent. Die Autorinnen überprüften, ob die kognitive Verhaltenstherapie effektiv ist bei der Verbesserung der Hauptsymptome der Bulimia nervosa, die im kognitiven Modell von Fairburn et al. (1993) als Teufelskreis aus vermindertem Selbstwertgefühl, extremen Sorgen um Figur und Körpergewicht, strikter Diät, Fress-Anfällen und Erbrechen/Abführen beschrieben werden. Ein Vergleich mehrerer Studien zeigte, dass sich die meisten Therapien auf die Reduktion des Fress-Brech-Verhaltens konzentrieren. Nur in wenigen wurden auch die psychischen Komponenten berücksichtigt. Die kognitive Verhaltenstherapie ist nach diesen Studien wenig effizient, die Figur- und Gewichtssorgen zu reduzieren. Sie trägt jedoch zur Verbesserung des Selbstwertgefühls bei. Als erfolgreichstes Verfahren zur Erfassung der Verhaltensänderung werden Interviews angesehen. Ernährungstagebücher und andere Selbstberichte sind hingegen weniger nützlich, da sie häufig Fehleinschätzungen der Patienten unterliegen. Die Autorinnen fordern eine umfassendere Sicht- und Behandlungsweise der Bulimia nervosa und empfehlen, dass alle Symptome des kognitiven Bulimia-nervosa-Modells in die Therapie einbezogen werden sollten. ms
Anderson Drew A, Maloney Kathleen C: The efficacy of cognitive-behavioral therapy on the core symptoms of bulimia nervosa. Clinical Psy Rev 2001; 21,7: 971–988.
Drew A. Anderson PhD, University at Albany-SUNY, Department of Psychology, Social Sciences 112, Albany, NY 12222, E-Mail: drewa@csc.albany.edu
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