ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2002Kran­ken­ver­siche­rung: Pflichtwechsel vorgeschlagen

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Kran­ken­ver­siche­rung: Pflichtwechsel vorgeschlagen

PP 1, Ausgabe Februar 2002, Seite 52

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LNSLNS Jan Boetius kontert Schmidt-Vorstoß.
Die Deutsche Kran­ken­ver­siche­rung (DKV) hat einen Pflichtwechsel von der Gesetzlichen in die private Kran­ken­ver­siche­rung ab einer bestimmten Einkommenshöhe vorgeschlagen. Ein gesetzlich garantierter Zugang wie in den Niederlanden wäre durchaus finanzierbar, sagte DKV-Vorstandschef Jan Boetius in einem ddp-Interview. Bei einer solchen Regelung könnten die Privaten zugleich auf die Risikoprüfungen zur Ermittlung des Krankheitsrisikos ihrer Bewerber verzichten, erläuterte Boetius. Durch den Pflichtwechsel würden „Gesunde und Kranke“ gleichermaßen aufgenommen, wodurch sich das Gesamtrisiko streuen würde. Nach der bestehenden Regelung kann man ab einem Monatseinkommen von 3 375 A ins private System wechseln, muss dies aber nicht.
Bei Beibehaltung des bestehenden Systems regte Boetius an, einzelne Leistungen der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) in die private Kran­ken­ver­siche­rung zu überführen. Ausgegliedert werden könnten beispielsweise Leistungen wie Zahnersatz, künstliche Befruchtung oder Sehhilfen.
Die von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt (SPD) angestrebte Erhöhung der GKV-Pflichtversicherungsgrenze um 1 000 A kritisierte Boetius als „Schuss in den Ofen“: Folge wäre eine Verschärfung der Probleme der GKV. Diese bekomme dann zwar mehr Mitglieder und Beiträge, müsse aber auch mehr Leistungen erbringen. So werde die Zahl der in der GKV versicherten Familien steigen. Diese seien aber über nur einen Beitragszahler komplett mitversichert.
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