ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2002Psychische Krisenhilfe: Großer Bedarf

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Psychische Krisenhilfe: Großer Bedarf

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LNSLNS Nicht alle Kassen zahlen für psychotherapeutische Intervention.
Seit vier Jahren versucht der Verein Krisenhilfe e.V., den psychiatrisch/nervenärztlichen Bereitschaftsdienst um ein Angebot der Krisenintervention durch ärztliche oder Psychologische Psychotherapeuten zu erweitern. In der Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns in München wird Menschen in psychischen Krisen auch außerhalb der Sprechstundenzeiten geholfen. Das Projekt, das Modellcharakter hat, trifft im Ballungsraum München auf Bedarf: Die Suizidrate liegt nach Angaben der Krisenhilfe mit 37 Prozent höher als der Bundesdurchschnitt. Rund 1 700 Patienten im Jahr finden meist selbst den Weg in die Praxis; Lebenskrisen, Konfliktsituationen, Depressionen oder Angststörungen sind der Anlass. „Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleiterhebung zeigen, dass in rund 95 Prozent der Fälle ambulant ein Weg aus der Krise gefunden werden kann“, erklärte Dr. med. Andrea Schleu, Vorsitzende der Krisenhilfe. Während sich sowohl die regionalen Primärkrankenkassen als auch die Betriebskassen bereit erklärten, die psychotherapeutischen Kriseninterventionsleistungen zu finanzieren, „lehnen die Ersatzkrankenkassen dies kategorisch ab“, beklagt Schleu.
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