ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2002Formale und informale Helfer: Austausch gefordert

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Formale und informale Helfer: Austausch gefordert

PP 1, Ausgabe März 2002, Seite 104

MS

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LNSLNS Psychotherapeuten und laienhafte Helfer sollten voneinander lernen.“ Das fordern die britischen Psychologen Chris Barker und Nancy Pistrang, die sich mit den Merkmalen einer professionellen Hilfe und privaten Unterstützung befasst haben. Die Autoren sind der Auffassung, dass es zwischen beiden Bereichen Überschneidungen gibt. Statt in Konkurrenz zueinander zu treten, könnten beide Seiten ihr jeweiliges Spektrum erweitern und voneinander profitieren. Informelle Helfer wie Familienmitglieder, Pfarrer oder Hausärzte sollten sich mit Psychotherapieforschung befassen – nicht nur mit den Therapieerfolgen, sondern auch mit den Prozessen, Methoden und Misserfolgen. Nützlich könnten auch Fachbegriffe und innovative Methoden aus der Psychotherapieforschung sein. Außerdem sollten sie sich mit den Grundlagen, die jede Psychotherapie und jede soziale Hilfestellung gemeinsam haben, beschäftigen: beispielsweise eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen, bei Perspektivenwechsel helfen und konstruktive Veränderungen des Denkens und Verhaltens unterstützen. Weil die meisten bei Problemen zuerst auf private Hilfe und erst später auf formale Hilfe zurückgreifen, lohnt es sich für professionelle Helfer, sich mit alltäglicher sozialer Hilfe zu befassen. „Klienten besprechen ihre Probleme auch mit ihrer Familie und Freunden. Daher ist es für den Therapeuten nützlich, wenn er das unterstützende Netzwerk kennt“, betonen die Autoren. Das soziale Umfeld des Klienten kann sogar in die Therapie einbezogen werden. Weiter kann die Beschäftigung mit laienhafter Hilfe dazu beitragen, das Typische an Therapien herauszuarbeiten und psychische Prozesse in ihrer Bandbreite besser zu verstehen. ms

Barker C, Pistrang N: Psychotherapy and social support. Integrating research on psychological helping. Clinical Psychology Review 2002; 22: 361–379.

Chris Barker, Sub-Department of Clinical Health Psychology, University College London, Gower Street, London WC1E 6BZ, UK, E-Mail:c.barker@ucl.ac.uk
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