ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2002Kinderarmut: Gesetzeswidriges Verhalten der Primärkassen

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Kinderarmut: Gesetzeswidriges Verhalten der Primärkassen

PP 1, Ausgabe März 2002, Seite 122

Greger, Thomas

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LNSLNS Im Artikel wird von multimorbiden Belastungen von Kindern sozial unterprivilegierter Familien gesprochen. Diese Kinder werden vom Kinderarzt nicht selten dem Kinderpsychiater zugeleitet, in dessen Klientel sie überrepräsentiert sind. Im Freistaat Sachsen muss dieser dann oft den Eltern verkünden, dass sie zwar an einer kompetenten Betreuungsstelle sich befinden, diese aber nicht in ausreichendem Maße in Anspruch nehmen können. Die angesprochene Klientel ist nämlich meist bei einer Primärkrankenkasse versichert, die hierzulande gesetzeswidrigerweise den Abschluss der so genannten Sozialpsychiatrievereinbarung verweigert. In ihr ist die Finanzierung einer komplex und koordinativ tätigen kinderpsychiatrischen Praxis geregelt. Dies wird den Patienten bis zum heutigen Tage verweigert, sodass einem „Ersatzkassenkind“ adäquat geholfen werden kann, jenen aber nicht.
Dabei bemerken die Verantwortlichen wohl nicht, dass sie sich nur als fleißige Rangierer auf dem Verschiebebahnhof der Sozialkosten engagieren. Nur eine Seite weiter ist ein Beitrag über ein KJHG-finanziertes Projekt gedruckt, der die Folgen solcher Vorgehensweisen illustriert. So werden Gesundheitskassen zu Krankmachern; sie rühmen sich der Beitragssatzstabilität und bürden dabei anderen Kostenträgern Lasten auf, die bei adäquatem Herangehen in einer sozialpsychiatrischen Praxis womöglich gar nicht erst entstanden wären. Dort ist die im Artikel angesprochene Vernetzung der verschiedenen Einrichtungen realisierbar und eine frühzeitige Intervention möglich, wenn man denn die ökonomischen Voraussetzungen hierfür schafft.
Thomas Greger, Johann-Sebastian-Bach-Straße 6, 04552 Borna
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