ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2002Anonyme Geburt: Zusätzliches Angebot zur Hilfe für Frauen
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LNSLNS Mit tiefer Besorgnis verfolge ich die negative Berichterstattung einiger Adoptionsfachleute über Babyklappen und anonyme Geburten.
Die Babyklappe als extremes Angebot für extreme Situationen ist keine Konkurrenz zur offenen Adoption, sondern eine Alternative zum toten Kind in der Kanalisation oder in der Mülltonne. Caritas und Diakonie in Berlin bieten Beratung, Unterstützung und Notunterkünfte für Schwangere und für Frauen mit neugeborenen Kindern an.
Die Babyklappe ist ein zusätzliches Angebot zur Hilfe für Frauen, die kein Vertrauen in Beratungsstellen setzen.
Das Kind aus der Babyklappe wird durch das Jugend-
amt und durch eine staat-
lich anerkannte Adoptionsvermittlungsstelle in eine Pflegefamilie weitervermittelt. Alle Kinder, die uns auf diese Weise anvertraut werden, werden respektvoll und sorgfältig betreut. Dies gilt selbstverständlich auch für kranke und behinderte Kinder.
Im Zusammenhang mit der Babyklappe arbeiten ausschließlich Fachleute aus dem sozialpädagogischen Bereich. Auch viele Ärzte und Ärztinnen unterstützen die Idee der Babyklappe und befürworten die Legalisierung der anonymen Geburt. Anders wäre dies gar nicht zu realisieren.
Darauf Einfluss zu nehmen, dass für Frauen und Kinder auch im Zusammenhang mit der Babyklappe und der an-
onymen Geburt Rechtssicherheit geschaffen wird, sollte ein gemeinsames Anliegen aller Fachbereiche sein.
Ursula Künning, Projektleiterin des Verbundprojekts Babyklappe von Caritas und Diakonie in Berlin, Pfalzburger Straße 18, 10719 Berlin
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