ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2002Soziale Angststörungen: Kognitiv-behaviorale Gruppentherapie nützt

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Soziale Angststörungen: Kognitiv-behaviorale Gruppentherapie nützt

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LNSLNS Patienten mit sozialen Angststörungen sind besonders im zwischenmenschlichen und beruflichen Bereich beeinträchtigt. Soziale Angststörungen gehen häufig mit anderen Angststörungen oder Stimmungsproblemen wie beispielsweise Depressionen einher. Bei Patienten mit mehreren Störungen ist die soziale Angst stärker ausgeprägt als bei denjenigen, die nur von einer Störung betroffen sind. Zur Behandlung eingesetzt werden häufig kognitiv-behaviorale Gruppentherapien. Um die Wirksamkeit dieser Therapieart zu untersuchen, befragten die Autoren 69 Betroffene ohne weitere Störungen, 39 Patienten, die auch andere Angststörungen aufwiesen, und 33 Personen, bei denen auch Depressionen auftraten. Die Datenerhebung erfolgte vor und nach einer zwölfmonatigen Behandlung. In der Therapie lernten die Patienten Möglichkeiten der kognitiven Restrukturierung kennen, setzten sich simulierten Angstsituationen aus und versuchten in vivo, sich furchtauslösenden Situationen zu stellen. „Alle Gruppen profitierten von der Therapie“, berichteten die Autoren. Es verringerten sich nicht nur die sozialen Angst-Symptome, sondern auch die Depressionen der Befragten. Jedoch auch Unterschiede wurden festgestellt: Patienten mit zusätzlichen Stimmungsstörungen, insbesondere Depressionen, wiesen trotz Therapie stärkere soziale Angststörungen und größere Beeinträchtigungen auf als die anderen. Für diese Patientengruppe schlagen die Autoren eine Kombination aus kognitiv-behavioralen Elementen und Behandlungsformen, die aus anderen Therapieschulen entlehnt werden, vor. ms

Erwin BA, Heimberg RG, Juster H, Mindlin M: Comorbid anxiety and mood disorders among persons with social anxiety disorder. Behaviour Research and Therapy
2002; 40: 19–35.

Richard G. Heimberg, Adult Anxiety Clinic, Temple University, Philadelphia, PA 19122, USA, E-Mail: rheimber @nimbus.ocis.temple.edu
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