ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2002Hormonersatztherapie – Aufklärung mit freundlicher Unterstützung: Pharma-Hilfe nur zur Überbrückung

THEMEN DER ZEIT: Diskussion

Hormonersatztherapie – Aufklärung mit freundlicher Unterstützung: Pharma-Hilfe nur zur Überbrückung

Dtsch Arztebl 2002; 99(40): A-2604 / B-2224 / C-2086

Teichmann, A. T.

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LNSLNS . . Der damalige Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Herr Dr. Malter, hatte aufgrund der in Deutschland um sich greifenden Usance, Berichte in der Laienpresse zu einem Zeitpunkt zu veröffentlichen, zu dem die große Zahl der niedergelassenen Ärzte im Allgemeinen noch nicht umfassend informiert war, einen Arbeitskreis geschaffen, der sich insbesondere der Aufgabe widmet, im Bereich Kontrazeption und Hormonersatztherapie frühzeitig zu informieren und in der Fortbildungsarbeit des Berufsverbandes „themenzentriert“ tätig zu werden. Zu den Aufgaben dieses Arbeitskreises (Steroide in Kontrazeption und Substitution, SIKUS) gehört auch die Öffentlichkeitsarbeit. Es war ausgesprochener Wunsch vieler niedergelassener Frauenärzte, vom Informationssystem zu profitieren, das im Zuge der Arbeit des SIKUS etabliert werden sollte und Nachrichten der genannten Art über das Internet und den Faxabruf verfügbar machte. Da die hierzu notwendige Infrastruktur noch nicht vorhanden war, wurde beschlossen, zunächst auf die Hilfe der Phamazeutischen Industrie zur Überbrückung der Zeit zurückzugreifen, welche für die Herstellung eigener Kommunikationsmittel notwendig sein würde.
Die frühzeitig im Internet verfügbare Nachricht über den Abbruch eines Studienarmes der Women’s Health Initiative ließ ein breites Presseecho erwarten, welches mittlerweile in gewohnter und bekannter Weise mit der heute allgemein als kritisch fehlverstandenen Einseitigkeit Daten selektiert und Schlussfolgerungen suggeriert, wie sie sich wenige Eiferer im Gegensatz zu vielen Wissenschaftlern und Klinikern zu Eigen machen, die jedoch bekanntlich im Gegensatz zu Ersteren wenig öffentliches Gehör finden. So wurde am Freitagnachmittag nach sorgfältiger Durchsicht dieser ersten placebokontrollierten prospektiven Studie zum Gebrauch von konjugierten Östrogenen und Medroxyprogesteronacetat ein Kurzbericht verfasst, der eigentlich für das „Frauenarzttelegramm“ vorgesehen war, jedoch auf Bitten vieler Kollegen vorab publiziert werden sollte.
. . . Die Stellungnahme deckt sich inhaltlich weitgehend mit den später erschienenen Kommentaren der deutschen Menopausengesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Experten wie z. B. Lauritzen und Utian.
. . . Der im Faksimile-Druck im DÄ wiedergegebene Text stammt weder aus meiner Feder, noch wurde er von mir autorisiert. Es handelt sich dabei um den Vorschlag für eine Patienteninformation der Firma Schering, die ebenfalls über Faxabruf verfügbar sein sollte und auf die ich in meinem Anschreiben an Frauenärzte hingewiesen habe. Dieser Briefvorschlag entspricht zwar nicht meiner Diktion und ist auch weder mit mir noch einem anderen Mitglied des Arbeitskreises SIKUS abgestimmt worden. Gleichwohl ist sein Inhalt nicht zu beanstanden.
. . . Im Übrigen habe ich der Firma Schering offiziell mitgeteilt, dass die von ihr in der Patienteninformation gewählte Formulierung „. . . in Zusammenarbeit mit . . .“ insoweit irreführend ist, als der Brief zwar auf Grundlage der SIKUS-Stellungnahme, nicht jedoch im Auftrag oder in Abstimmung mit mir oder einem anderen Vertreter des Arbeitskreises aufgesetzt worden ist.
Prof. Dr. A. T. Teichmann, Klinikum Aschaffenburg, Frauenklinik, 63739 Aschaffenburg
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