ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2002Ärztliche Verschreibung von Betäubungsmitteln

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Ärztliche Verschreibung von Betäubungsmitteln

Dtsch Arztebl 2002; 99(40): A-2612 / B-2229 / C-2092

Bundesamt für Gesundheit

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Suchtmedizin
Schweizer Modell
Bundesamt für Gesundheit (Bern, Schweiz) (Hrsg.): Ärztliche Verschreibung von Betäubungsmitteln. Praktische Umsetzung und wichtigste Ergebnisse. Verlag Hans Huber, Bern, Göttingen u. a., 2002, 557 Seiten, 60 Abbildungen, 89 Tabellen, kartoniert, 49,95 €
Zunächst werden die politischen Rahmenbedingungen erörtert, unter denen die Schweizer Drogenpolitik möglich wurde. Kennzeichen dieser Politik ist der überparteiliche Konsens, dass der Schaden des abhängigen Konsums gemindert werden muss. Früher als in anderen Staaten wurde akzeptiert, dass Heilung oder Abstinenz nicht sofort erreichbar sind. Deshalb wurde in der Schweiz frühzeitig die Substitutionsbehandlung mit Methadon eingeführt und folgerichtig für die nicht erreichten Patienten die Heroinverschreibung erprobt. Im zweiten Teil wird die Subgruppe der Heroinabhängigen beschrieben, die mit der Heroinvergabe erreicht werden sollte und die mit ihren persönlichen Erfahrungen auch zu Wort kommt: erfolglose Vorbehandlungen, hohe Infektionsraten, häufig psychische Erkrankungen. Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Verlauf und Behandlung der Heroinabhängigkeit werden diskutiert.
Es folgt die pharmakologische Beschreibung der Wirkungen und Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente Heroin, Morphin und Methadon, die alle drei oral und injizierbar angeboten wurden. In besonderen Kapiteln werden Ausführungen zur opioidinduzierten Epilepsie und zur Immunotoxizität von Opioiden gemacht. Kritische Überlegungen zu Aussagen über die Drogenkriminalität und ihrer Beeinflussung durch Behandlungsmaßnahmen runden den Bericht ab.
Das Buch sollte eine Pflichtlektüre für Drogenpolitiker aller Parteien sein. Es ist hochinteressant für Suchtmediziner und -therapeuten.
Rainer Ullmann
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