ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2002Colchicin bei Leberzirrhose wirkungslos

MEDIZIN: Referiert

Colchicin bei Leberzirrhose wirkungslos

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LNSLNS Im Tierversuch lässt sich durch Gabe von Colchicin die Faserbildung in der Leber hemmen. Eine klinische Studie an 55 Patienten mit histologisch gesicherter alkoholischer Leberzirrhose ergab jedoch bei einer Beobachtungszeit von mehr als 40 Monaten gegenüber einer Placebogruppe keine signifikante Besserung, auch wenn die
Nebenwirkungen tolerabel erschienen. Die jährliche Rate an Komplikatio-
nen sowie die 3-Jahres-Überlebensrate wiesen keine Unterschiede auf, auch die Anzahl an Varizenblutungen, Aszitesbildung und Enzephalopathie unterschied sich zwischen beiden Therapiegruppen nicht. Patienten mit alkoholischer Zirrhose sollten mit S-Adenosylmethionin oder Polyenylphophatidylcholin behandelt werden, wenn eine Lebertransplantation nicht zur Debatte steht. Viel versprechende Aussichten bestehen bei Substanzen, die die Apoptose von Sternzellen stimulieren, Antagonisten von Zytokinen, die bei der Leberschädigung eine Rolle spielen und Substanzen, die Stickoxyd freisetzen. w
Cortez-Pinto H, Alexandrino P, Camilo ME et al.: Lack of effect of colchicine in alcoholic cirrhosis: final results of a double blind randomized trial. Eur J Gastroenterol Hepatol 2002; 14: 377–381.

Dr. Helena Cortez-Pinto, Departamento de Medicina 2, Hospital de Santa Maria, Av. Prof. Egas Moniz 1669, Lissabon, Portugal, E-Mail: hlcortezpinto@netcabo.pt.

Lonardo A, Loria P: Of liver, whisky and plants; a requiem for colchicine in alcoholic cirrhosis? Eur J Gastroenterol Hepatol 2002; 14: 355–358.

Dr. A. Lonardo, U. O. Medicina Interna e Gastroenterologia, Ospedale Civile, P. le. S. Agostino 2, I-41100 Modena, Italien, E-Mail: a.lonardo@libero.it.

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