ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2002Erfahrungen mit Botulinumtoxin bei hyperaktiver Blase

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Erfahrungen mit Botulinumtoxin bei hyperaktiver Blase

Dtsch Arztebl 2002; 99(40): A-2640 / B-2267 / C-2109

Lei

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LNSLNS Botulinumtoxin A kann bei therapierefraktären Fällen von Sphinkter-Spastizität und hyperaktiver Blase in einem relativ hohen Prozentsatz (60 Prozent) hilfreich sein. Ursächlich ist dabei neben der muskelrelaxierenden Wirkung – über die Hemmung der Acetylcholin-Ausschüttung an den Synapsen – wohl der antinozizeptive Effekt auf das exzitierte afferente Nervensystem, wie beim diesjährigen Kongress der amerikanischen Urologen deutlich wurde.
Prof. Michael Chancellor (Pittsburgh) hat Erfahrungen bei 75 Patienten gesammelt. In 22 Fällen war die hyperaktive Blase auch mit drei Medikamenten nicht zufriedenstellend zu therapieren. Um die Inkontinenz zu beheben, hat der Neuro-Urologe – entsprechend der Ausprägung der Symptome – 100 bis 300 Einheiten Botulinumtoxin unter Sedierung über ein Zystoskop an 20 bis 40 Punkten in die Blasenwand (Detrusor) eingebracht. Bei 53 Fällen mit Sphinkter-Spastizität (Dyssynergie von externem Sphinkter und Detrusor) infolge von Rückenmarkstraumen oder einer multiplen Sklerose genügte die Injektion von 100 Einheiten an drei bis vier Punkten des externen Sphinkters. Der Effekt ist nach etwa fünf bis sieben Tagen voll ausgeprägt – bei Sphinkter-Injektionen schneller – und hält über sechs Monate an. In den drei Jahren, in denen Chancellor die Methode anwendet, hat er keine Nebenwirkungen beobachtet. Die Krankenkassen übernehmen die relativ teure Behandlung allerdings nicht.
Als weiteres mögliches Einsatzgebiet für das Toxin in der Urologie sieht der Referent auch eine BPH bei Patienten, die keine Operation wünschen und mit Medikamenten nicht „zurechtkommen“. Hier könne ebenfalls der muskelrelaxierende Effekt ausgenutzt werden, wobei Botulinumtoxin bei glatter Muskulatur besser wirkt als bei Skelettmuskeln. Denkbar sei aufgrund der antinozizeptiven Wirkung auch ein Therapieversuch bei interstitieller Zystitis oder Prostatitis. Lei
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