ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2002Paul Schwoerer 100 Jahre

VARIA: Personalien

Paul Schwoerer 100 Jahre

Dtsch Arztebl 2002; 99(40): A-2642 / B-2250 / C-2114

Hess, Rainer

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Paul Schwoerer Foto: privat
Paul Schwoerer Foto: privat
Am 26. September beging Dr. med. Paul Schwoerer seinen 100. Geburtstag. Als ich den Jubilar 1968 kennen lernte, war er gerade mit Vollendung des 65. Lebensjahres nach 35-jähriger Tätigkeit als Chefarzt und später Ärztlicher Direktor des Kreiskrankenhauses Waiblingen in den Ruhestand getreten. Er war aber noch Mitglied im Gesamtvorstand des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte, dem er seit 1946 angehörte. Besonders beeindruckt hat mich die offensichtlich von seinem Vater ererbte Fähigkeit, rechtliche Probleme mit erstaunlicher Präzision auf den Punkt zu bringen. Dieses Interesse an juristischen Fragen hat er nach Rückkehr aus englischer Kriegsgefangenschaft bereits sehr erfolgreich beim Aufbau der Organisationsstrukturen der regionalen Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Nord-Württemberg sowie der Neubearbeitung des ärztlichen Berufsrechts nach dem Krieg einbringen können. Als Mann der ersten Stunde war Paul Schwoerer an der Seite Hans Neuffers, der in Personalunion beide neu gegründeten Organisationen leitete, von 1947 bis 1955 Vizepräsident der Bezirksärztekammer und Zweiter Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nord-Württemberg. Von 1947 bis 1967 führte er den Vorsitz der Kreisärzteschaft Waiblingen. Von 1967 bis 1977 war er Mitglied des Vorstandes der Bezirksärztekammer und während der gesamten Zeit Delegierter der Bezirks- und Lan­des­ärz­te­kam­mer sowie der Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KV Nord-Württemberg. Viele Jahre leitete er den Landesverband des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte in Baden-Württemberg. Nach Eintritt in den Ruhestand hat Dr. Paul Schwoerer noch elf Jahre lang als niedergelassener Arzt in eigener Praxis gearbeitet.
Dieser Lebensweg weist Paul Schwoerer bereits als eine außerordentliche Persönlichkeit aus. Seine damaligen Mitstreiter haben an ihm sein tief wurzelndes Pflichtgefühl, seine Strenge gegen sich selbst, seine große Bescheidenheit und seine hohe humanistische Bildung geschätzt, aber auch seine Unbeugsamkeit geachtet. Seine Liebe zum Bergsteigen hat er mit seiner 1993 verstorbenen Gattin geteilt, die ihm über 60 Jahre liebevoll zur Seite stand und während seiner Abwesenheit die gemeinsamen sechs Kinder, insbesondere in den Kriegsjahren, großgezogen hat.
An seinem 100. Geburtstag kann Dr. med. Paul Schwoerer auf eine außerordentliche Lebensleistung und auf ein erfülltes Leben zurückblicken. Wir wünschen ihm zu diesem Lebensjubiläum vor allem, dass ihm sein nach wie vor wacher Geist und klarer Verstand noch lange erhalten bleiben möge.

Dr. jur. Rainer Hess,
Hauptgeschäftsführer der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
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