ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2002Rudolf W. J. Gross 85 Jahre

VARIA: Personalien

Rudolf W. J. Gross 85 Jahre

Dtsch Arztebl 2002; 99(40): A-2642 / B-2250 / C-2114

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Rudolf Gross Foto: privat
Rudolf Gross
Foto: privat
Prof. Dr. med. Dr. med. h. c. Rudolf W. J. Gross, em. Ordinarius für Innere Medizin an der Universität zu Köln, wurde am 1. Oktober 85 Jahre alt.
Rudolf Gross, in Stuttgart geboren, studierte Medizin in München, Freiburg und Straßburg, wo er 1944 das Staatsexamen absolvierte und zum Dr. med. promoviert wurde. Nach Einsatz als Truppenarzt und in Kriegsgefangenenlazaretten trat er 1946 in die Medizinische Universitätsklinik Tübingen ein, wechselte 1950 mit seinem klinischen Lehrer, Hans-Erhard Bock, an die Universitätsklinik Marburg, wo er 1957 zum Oberarzt ernannt wurde.
1954 habilitierte sich Rudolf Gross an der Universität Marburg; er wurde 1960 zum außerplanmäßigen Professor für Innere Medizin ernannt. 1964 wurde er auf den Lehrstuhl für Innere Medizin der Universität zu Köln berufen, wo er bis Ende 1982 (seiner Emeritierung) tätig war.
Schon früh in seiner beruflichen und wissenschaftlichen Karriere galt das Interesse von Rudolf Gross besonders der Hämatologie und der Hämatologischen Onkologie. Dieses Interessengebiet war auch Thema seiner Habilitationsschrift. Gross hat mehr als 30 Fachbücher, zum größten Teil aus dem Gebiet der Inneren Medizin, veröffentlicht. Er ist auch Mitverfasser und Herausgeber einschlägiger internistischer Lehrbücher und Nachschlagewerke. Bei mehr als 420 wissenschaftlichen Publikationen im In- und Ausland war er Autor beziehungsweise Mitverfasser und Mitherausgeber. Zahlreich sind auch seine viel beachteten Vorträge. Er war als Referent, Redner und Leiter von Symposien bei wissenschaftlichen Gesellschaften und Fortbildungsveranstaltungen sehr gefragt.
In Anerkennung seiner Leistungen und seines wissenschaftlichen Impetus wurden Gross zahlreiche Ehrungen zuteil, von Akademien, Fachgesellschaften und Vereinigungen aus dem In- und Ausland. So ist er Mitglied der Akademie Leopoldina der Naturforscher in Halle, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied im Internationalen Komitee für Hämostase und Thrombose, Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie.
In Anerkennung seiner besonderen Verdienste auf dem Gebiet der Krebsforschung erhielt er den Warner-Preis und den Emil-Salzer-Preis für Leistungen auf dem Gebiet der chemisch-physikalisch-biologischen Krebsforschung. Im Jahr 1989 wurde er mit der Günther-Budelmann-Medaille des Berufsverbandes Deutscher Internisten ausgezeichnet.
Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin ehrte und dankte dem großen Kliniker und Forscher für seine Leistungen durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft. 1985 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Der Deutsche Ärztetag ehrte ihn 1988 mit der Verleihung der Paracelsus-Medaille anlässlich des 91. Deutschen Ärztetages in Frankfurt. Ebenfalls 1988 wurde Gross mit der Ehrendoktorwürde der Universität Marburg (Dr. med. h. c.) ausgezeichnet.
Mit dem Deutschen Ärzteblatt war und ist Prof. Gross seit langen Jahren engagiert verbunden. Nach seiner Emeritierung widmete er sich mit ganzer Kraft der medizinisch-wissenschaftlichen-Redaktion des Deutschen Ärzteblattes, deren Leitung er bereits im Herbst 1980 übernommen hatte. Zahlreiche richtungweisende Aufsätze, publiziert im Deutschen Ärzteblatt, stammen aus seiner Feder. Er war bis Ende 1988 Leiter der medizinisch-wissenschaftlichen Redaktion. Bis heute ist er der Redaktion als Ratgeber (sowie als Rezensent) eng verbunden. DÄ
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