ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2002Mitteilungen: Änderungen der Vordruckvereinbarung zum 1. Oktober 2002

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Mitteilungen: Änderungen der Vordruckvereinbarung zum 1. Oktober 2002

Dtsch Arztebl 2002; 99(40): A-2644 / B-2252 / C-2116

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LNSLNS Der Bundes­aus­schuss der Ärzte und Krankenkassen hat in seiner Sitzung am 21. Juni 2002 die Änderung der Krebsfrüherkennungs-Richtlinien und damit eine wesentliche Verbesserung in der Früherkennung kolorektaler Karzinome beschlossen. Vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesministeriums für Gesundheit zu der geplanten Richtlinienänderung ist das In-Kraft-Treten der geänderten Krebsfrüherkennungs-Richtlinie zum 1. 10. 2002 vorgesehen. Das neue Früherkennungsprogramm für kolorektale Karzinome umfasst folgende wesentliche inhaltliche Aspekte:
-  jährliches Angebot einer Testung auf okkultes Blut im Stuhl von 50 bis 54 Jahren,
-  zusätzliches Angebot einer ersten Früherkennungskoloskopie mit 55 Jahren (56. Lebensjahr) und einer zweiten Früherkennungskoloskopie 10 Jahre später und
-  für die Patienten, die die Koloskopie nicht in Anspruch nehmen möchten, weitere Durchführung des Okkultblutscreenings ab dem 56. Lebensjahr in zweijährlichem Untersuchungsintervall.
Gemäß den Abschnitten B. 3.e) und C. 2.e) – „Dokumentation“ – der bevorstehenden Änderung der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie ist die Koloskopie durch eine Bilddokumentation nachzuweisen, aus der die Vollständigkeit ihrer Durchführung hervorgeht, und die Früherkennungs-Koloskopie gemäß dem Musterberichtsvordruck zu dokumentieren. Die vollständige Dokumentation ist Voraussetzung für die Abrechnungsfähigkeit der Früherkennungsmaßnahme. Gleichzeitig werden die Dokumentationen in den Kassenärztlichen Vereinigungen gesammelt und zum Zweck der Evaluation an die auswertende Einrichtung weitergeleitet.
Der Dokumentationsbogen zur Früherkennungs-Koloskopie wurde in seinen Inhalten vom Arbeitsausschuss „Prävention“ sowie in seiner Gestaltung in Zusammenarbeit mit dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung vorbereitet und als Bestandteil der Richtlinienänderung vom Bundes­aus­schuss der Ärzte und Krankenkassen beschlossen.
Zusätzlich mit der Neukonzeption der Früherkennung auf kolorektale Karzinome wurde die Evaluation des Darm­krebs­früh­erken­nungsprogramms Bestandteil der Richtlinienänderung.
Der Dokumentationsbogen zur Früherkennungs-Koloskopie umfasst die Aspekte der korrekten Indikationsstellung, der Reichweite der Koloskopie (vollständige Erbringung), den makroskopischen Befund sowie Zahl, Form und Größe der Polypen in der linken Hälfte des Dokumentationsbogens. Rechtsseitig werden insbesondere Aspekte zur Polypektomie, zur Sedierung/Analgesie, zur Bilddokumentation, zur Erhebung von Komplikationen, zum histologischen Befund, zur Diagnose und zu den weiteren Maßnahmen erhoben. Beim Karzinombefund wurde zusätzlich die pTNM-Klassifikation beziehungsweise die Stadieneinteilung nach DUKES in die Erhebung aufgenommen.
Der Dokumentationsbogen erfasst damit die relevantesten Parameter zur Beurteilung der Effektivität und gegebenenfalls zukünftigen Steuerung des Früherkennungsprogramms, zur Sicherung einer korrekten Indikationsstellung und Durchführung der Koloskopie, zur Verlaufsbeurteilung der eingeleiteten Maßnahmen nach Diagnosestellung sowie eine Qualitätssicherung hinsichtlich der vollständigen Erbringung der Koloskopie, der Bilddokumentation und gegebenenfalls auftretender Komplikationen.
Der Dokumentationsbogen wurde technisch derart gestaltet, dass eine Belegerfassung per Belegleser in den damit ausgerüsteten Kassenärztlichen Vereinigungen möglich ist.
Das Original des Dokumentationsbogens ist der jeweils zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung zuzuleiten, der Durchschlag verbleibt beim behandelnden Arzt. Die Kassenärztlichen Vereinigungen stellen der auswertenden Einrichtung die DV-Version der eingescannten Bögen nach erfolgter Abrechnung zur Evaluation zur Verfügung. Im Falle der technisch nicht umsetzbaren Belegerfassung kann auch der Originalbogen an die auswertende Einrichtung weitergeleitet werden.
Beim Vordruckmuster 3 (Bescheinigung über den voraussichtlichen Tag der Entbindung) wurde eine Unkorrektheit, die sich eingeschlichen hatte, korrigiert – die Versicherte wird nun richtigerweise entbunden.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Spitzenverbände der Krankenkassen haben sich darauf verständigt, die rechtlichen Grundlagen zur bundesweiten Einführung der Blankoformularbedrukkung zum 1. Oktober 2002 zu schaffen. Die faktische Einführung soll dann zum 1. Januar 2003 erfolgen. Exklusiv für die Nutzer des Blankoformularbedruckungs-Verfahrens wurde ein modifiziertes Vordruckmuster 10-L/E (Überweisungs-/Abrechnungsschein für Laboratoriumsuntersuchungen als Auftragsleistung) geschaffen.
Wesentlicher Unterschied zum Muster 10/E und auch zum konventionellen Vordruckmuster 10 ist der Fortfall der Abrechnungsfelder im unteren Teil des Musters. An die Stelle dieser Felder kann vom erstbeauftragenden Vertragsarzt der Auftrag an das Labor in einem Barcode codiert werden. Zusätzlich werden wie bisher Auftrag, Diagnose et cetera in uncodierter Form auf dem Muster aufgebracht, sodass sie weiterhin mit bloßem Auge lesbar sind. Der ausführende Laborarzt, der EDV-gestützt abrechnen muss, kann den Auftrag durch Einscannen des Barcodes decodieren.
Damit ist die Möglichkeit zum Einzug modernster kostensparender und qualitätssichernder Scannertechnik in die Laborpraxen geschaffen worden.
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