ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2002zur HVB-13/3-Anleihe: Echte Alternative

VARIA: Schlusspunkt

zur HVB-13/3-Anleihe: Echte Alternative

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Die meisten Aktien-Anleger haben in Zeiten wie diesen wirklich keine Lust mehr, sich noch mehr die Finger zu verbrennen als bereits geschehen. Allerdings werden sie auf der Suche nach sicheren Alternativen zwar fündig, müssen sich dann aber – konsequenterweise – mit kargen Zinsen zufrieden geben.
Manchmal gibt es aber doch noch die Möglichkeit, dieser Renditemisere zu entrinnen. Ich habe da ein Papier aufgetan, bei dem ich selbst unter dem größten Einsatz von Misstrauen keine größeren Fallstricke erkennen kann. Mir persönlich gefällt die „HVB 13/3“ genannte Anleihe der Hypovereinsbank mit der Wertpapierkennnummer 593269 ganz gut, wenn sich auch freilich jeder Anleger am Ende selbst ein Bild machen sollte, ob er sich für das Papier zum Kauf entschiede.
Bei der HVB 13/3 handelt es sich um eine Anleihe mit einer Laufzeit von sieben Jahren und einem Mindestcoupon von drei Prozent, der Rückzahlungskurs am 19. Oktober 2009 beträgt 100 Prozent. Das Wertpapier kann noch bis 11. Oktober gezeichnet werden, wobei Interessierte nicht den letzten Tag abwarten sollten, da eine vorzeitige Schließung der Emission möglich ist.
Der Clou der Anleihe ist aber, dass die Verzinsung nach oben steigen kann, und zwar bis maximal 13 Prozent, je nach Entwicklung des EuroStoxx 50. Beispiel: Würde dieser Index im nächsten Jahr um acht Prozent steigen, wären auch acht Prozent Zinsen fällig. Im Jahr darauf wäre kein Anstieg zu verzeichnen, dann bliebe es bei der Rendite von drei Prozent. Bei einem Index-Anstieg über 13 Prozent wird die Zinszahlung aber mit 13 Prozent gedeckelt, was aber eigentlich nicht weiter tragisch ist, oder?
Wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten. Je schöner die Braut, desto größer die Gefahr eines Fallstricks. Das ist auch bei dieser Anleihe so, leider. Es handelt sich bei diesem Produkt nämlich um eine so genannte „Finanzinnovation“, und die ist nicht gerade des Fiskus liebstes Kind.
Bei Finanzinnovationen ist praktisch alles zu versteuern, wessen der Herr Finanzminister habhaft werden kann, also alle Zinsen und alle Kursgewinne unterliegen voll der Steuer. Allerdings ist dieser Makel meines Erachtens durchaus verkraftbar, besonders wenn berücksichtigt wird, dass es sich hier um eine risikolose Anleihe mit relativ vernünftigen Gewinnchancen handelt. Die fehlenden Alternativen machen dieses Wertpapier im Moment einfach attraktiv. Traurig, aber wahr.
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