ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2002Spielsucht: Gute Chancen zur Heilung

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Spielsucht: Gute Chancen zur Heilung

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Ein pathologisches Spielverhalten entwickeln drei Prozent der Erwachsenen. Foto: Impressum
Ein pathologisches Spielverhalten entwickeln drei Prozent der Erwachsenen. Foto: Impressum
DGPPN setzt auf ambulante Verhaltenstherapie.

Weltweit entwickeln bis zu drei Prozent der Erwachsenen ein pathologisches Glücksspielverhalten, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), Aachen. Rund 75 Prozent der Glücksspieler, die eine psychologische Beratungsstelle aufsuchen, spielen an Automaten. Der Frauenanteil nimmt zu. Eine Beratungsstelle suchen die meisten jedoch erst dann auf, wenn ihnen die Schulden über den Kopf wachsen.
Die DGPPN weist auf die guten Heilungschancen durch ambulante Verhaltenstherapie hin: „Wir machen dem Spieler bewusst, dass er seinem Spieldrang nicht hilflos ausgeliefert ist“, erklärt Prof. Dr. Iver Hand, Verhaltenstherapie-Ambulanz des Universitätskrankenhauses Hamburg-Eppendorf. In den ersten Gesprächen versuche man herauszufinden, welche Probleme der Patient „überspielen“ will. Im zweiten Schritt lerne er, diese auf andere Weise zu lösen. Die ambulante Therapie werde eher angenommen als die klassische Suchttherapie in einer Klinik. „Die meisten unserer Patienten lehnen es ab, sich in eine Suchtklinik einweisen zu lassen, selbst wenn es dort spezielle Therapieangebote für Spieler gibt“, sagt Hand. Spieler mit zusätzlicher Alkohol- oder Drogenproblematik seien jedoch in einer Suchtklinik besser aufgehoben. Die Abbruchraten sind zwar mit rund fünfzig Prozent relativ hoch. Doch zwei Drittel derjenigen, die die Therapie abschließen, haben gute Chancen auf Besserung.
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