ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2002Depressionen: Enttäuschend
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LNSLNS . . . Ein erweiterbarer Erfahrungshorizont bei Beginn der selbstständigen Tätigkeit und die lebenslange Möglichkeit von Fehldiagnosen bei allen Ärzten vorausgesetzt, hatte ich während meiner Tätigkeit nicht den geringsten Anhalt dafür, dass die Basisärzte auf dem Gebiet der Depression nicht über „die beste diagnostische Kompetenz“ verfügen. Aussagekraft hätte eine solche Feststellung doch nur, wenn die Prozentsätze richtiger Diagnosen der Basisärzte exakt mit denen der Nervenärzte verglichen würden. Ob die 50 bis 70 % der Basisärzte dabei überboten würden, scheint mir durchaus zweifelhaft.
„Unsachgemäße Diagnostik“ braucht dabei nicht einmal als Hinweis auf Fehldiagnosen zu dienen, auch durch EEG, Doppler, CT usw. muss wie durch Gastroskopie und Laparaskopie oft eine Krankheit ausgeschlossen oder ein Patient überzeugt werden. Obgleich ich die Zusammenhänge manchmal erkenne, zum Beispiel dass die Schmerzbehandlung der Basisärzte unzureichend ist, weil zusätzliche Abrechnungen, Stellen, Programme bezahlt werden sollen, enttäuscht es mich doch, auch im DÄ lesen zu müssen, was alles ich nicht verstehe oder verstanden habe. Ich denke, ein Arzt ist nie zufrieden mit seinen Kenntnissen und von sich aus ständig um Erweiterung bemüht, nicht bewiesene Behauptungen seiner Unkenntnisse sind als Anregung dazu keinesfalls notwendig.
Dr. med. Hiltrud Hillmann, Bergstraße 10, 73262 Reichenbach
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