ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2002Hautnah. Im psychoanalytischen Dialog mit Hautkranken

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Hautnah. Im psychoanalytischen Dialog mit Hautkranken

PP 1, Ausgabe April 2002, Seite 168

Detig-Kohler, Christina

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Psychoanalyse
Zugang zu Nähe-Distanz-Verhalten
Christina Detig-Kohler: Hautnah. Im psychoanalytischen Dialog mit Hautkranken. (Bibliothek der Psychoanalyse) Psychosozial-Verlag, Gießen, 2002, 237 Seiten, Broschur, 24,90 €
Wer das erste Buch der Autorin – „Hautkrank? Unberührbarkeit als Abwehr“ – kennt, mag ahnen, dass ihn auch in der zweiten Veröffentlichung eine Einladung erwartet, über die Identifizierung mit ihrer psychoanalytischen Arbeit mit Hautkranken in ungeahnte Tiefendimensionen vorzustoßen. Der klinische Teil des Werkes bietet Einblicke in die emotionalen Antworten der Analytikerin auf die Begegnungen mit hautkranken Patienten, die faszinieren und erschüttern. An zwei Beispielen aus Beratungen im Rahmen eines Forschungsprojekts und an drei ausführlichen Darstellungen psychoanalytischer Behandlungen von Hautkranken lässt Detig-Kohler den Leser an ihren Gegenübertragungsgefühlen und -reaktionen teilnehmen, die sie zu einem analytischen Verstehen der Psychodynamik des Patienten und des pathologischen Hautgeschehens nutzt. Dadurch wird nachvollziehbar, dass diese Patientengruppe an die Persönlichkeit und Erfahrung des Psychotherapeuten besondere Ansprüche stellt.
Im theoretischen Teil konzentriert sich die Autorin auf die psychoanalytischen Beiträge zu den Austauschprozessen zwischen Psyche und Haut. Ihre zentrale These: Die unbewussten Inszenierungen dieser Patienten sollen dazu dienen, gerade mithilfe ihrer Hauterkrankung, die schmerzhafte Erfahrung psychischen Getrenntseins in der Übertragung aufzuheben. Unter Rückgriff auf das Konzept der projektiven Identifizierung und der Theorie der inneren Objektbeziehungen gelingt ihr so ein Zugang zu dem ambivalenten Nähe-Distanz-Verhalten dieser Patienten, dem in der Regel ein unbewusster Konflikt um Separations- und Individuationswünsche zugrunde liegt.
Ein lesenswertes Buch für alle mit der Haut beschäftigten Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten. Alf Gerlach
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