ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2002Bekanntmachungen: Änderungen der Vereinbarung zur Strahlendiagnostik und -therapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Bekanntmachungen: Änderungen der Vereinbarung zur Strahlendiagnostik und -therapie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V

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LNSLNS Teil I: Änderungen des bestehenden
Vereinbarungstextes
(Vereinbarung zur Strahlendiagnostik und -therapie
gemäß § 135 Abs. 2 SGB V,
Anlage 3 BMV/EKV)

§ 6 (Mammographie) wird wie folgt
ergänzt:

(4) Ärzte, die eine Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung von mammographischen Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung beantragen, müssen über den Nachweis der fachlichen Befähigung nach Abs. 1 oder Abs. 2 sowie Abs. 3 hinaus an der Beurteilung der Fallsammlung nach Anlage IV, Abschnitt 1 erfolgreich teilgenommen haben. Abs. 3 bleibt unberührt.
(5) Für Ärzte, denen eine Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung von mammographischen Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung erteilt worden ist, bestehen folgende Auflagen zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der fachlichen Befähigung:
a) Verpflichtung zur Teilnahme an der Selbstüberprüfung nach Anlage IV, Abschnitt 2.
b) Überprüfung der ärztlichen Dokumentation nach Anlage IV, Abschnitt 3.

Zu § 14:

– Die Worte „§ 14 Genehmigungsverfahren“ werden durch die Worte „§ 14 Genehmigung und Widerruf“ ersetzt.
– In § 14 (Genehmigungsverfahren) Abs. 1 wird folgender Satz angefügt: „Die Genehmigung für die Ausführung und Abrechnung mammographischer Leistungen ist zu widerrufen, wenn der Arzt die Auflagen zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der fachlichen Befähigung gemäß § 6 Abs. 5 nicht erfüllt.“


Teil II: Einführung einer Anlage IV:
Beurteilung von Mammographieaufnahmen, Auflagen zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der fachlichen Befähigung sowie Anforderungen an die Dokumentation
Abschnitt 1
Beurteilung von Mammographie-
aufnahmen

§ 1
Antragstellung

(1) Ärzte, die eine Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung mammographischer Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung erstmals beantragen, erhalten die Genehmigung gemäß § 6 Abs. 4 der Vereinbarung nur dann, wenn sie die geforderte Anzahl von Mammographieaufnahmen der Fallsammlung zutreffend beurteilt haben. Die übrigen Anforderungen an den Nachweis zur Ausführung und Abrechnung mammographischer Leistungen bleiben unberührt.
(2) Die Teilnahme an der Beurteilung der Mammographieaufnahmen ist bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung formlos zu beantragen. Die Zulassung zur Teilnahme erfolgt erst, wenn der Nachweis über die Erfüllung der Voraussetzungen nach § 6 Abs. 1 bis 3 der Vereinbarung erbracht wurde.

§ 2
Fallsammlung

(1) Die zu beurteilenden Mammographieaufnahmen werden in Form einer Fallsammlung vorgelegt. Es dürfen nur Fallsammlungen verwendet werden, welche die in den Absätzen 2 bis 5 festgelegten Anforderungen erfüllen und bei welchen die Planungsstelle „Mammographie-Screening“ bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (nachfolgend „Planungsstelle“ genannt) die Erfüllung dieser Anforderungen bestätigt hat.
(2) Die Sammlung besteht aus 200 Mammographieaufnahmen von 50 Patientinnen (beide Mammae in jeweils zwei Ebenen). Bei den pathologischen Befunden in den Mammographieaufnahmen soll es sich um radiologisch kleine bösartige oder gutartige Veränderungen handeln, bei denen keine klinischen Symptome im Bereich der Mamma (z. B. Tastbefund, Beschwerden) bestanden haben. Mammographieaufnahmen von Patientinnen, bei denen klinische Symptome vorlagen, dürfen nur ausnahmsweise enthalten sein.
(3) Die Sammlung muss 20 bis 29 Karzinome oder deren Vorstufen enthalten. Bei 18 bis 27 Frauen müssen die bösartigen Veränderungen einseitig und bei mindestens einer Frau beidseitig sein. In den übrigen Fällen (ohne Karzinomverdacht) müssen drei bis sieben Fälle mit gutartigen Veränderungen enthalten sein.
(4) Die radiologisch auffälligen Befunde müssen histologisch gesichert sein. Bei Fällen ohne einen radiologischen Befund muss vor Aufnahme in die Fallsammlung eine weitere Mammographie circa zwei Jahre nach der Erstuntersuchung durchgeführt worden sein, welche ebenfalls keine bösartigen oder gutartigen Veränderungen aufgewiesen hat. Sowohl bei den bösartigen als auch bei den gutartigen Veränderungen sollen in der Mammographieaufnahme typische radiologische Merkmale auf die jeweilige Erkrankung hinweisen. Sowohl die bösartigen als auch die gutartigen Veränderungen müssen in beiden Ebenen erkennbar sein.
(5) Die Röntgenbilder werden in der Fallsammlung als Kopie vorgelegt und müssen technisch einwandfrei sein. Sie dürfen im Hinblick auf die Zuordnung nach § 3 Abs. 3 keine unklaren Fälle beinhalten.
(6) Der Kassenärztlichen Vereinigung wird für jede Prüfung eine Fallsammlung zur Verfügung gestellt. Nach Abschluss der Prüfung und Mitteilung der Ergebnisse an die Teilnehmer wird die Fallsammlung an die Planungsstelle zurückgegeben, variiert und für weitere Prüfungen zur Verfügung gestellt. Dabei sind durch die Planungsstelle Fälle nach dem Zufallsprinzip auszutauschen.
(7) Die Planungsstelle muss mindestens 600 Mammographieaufnahmen von 150 Patientinnen (beide Mammae in jeweils zwei Ebenen) vorhalten. Ein Teil dieser Mammographieaufnahmen ist in regelmäßigen Abständen auszutauschen. Das Nähere zur Variation der Fallsammlung nach Abs. 6 und zum regelmäßigen Austausch von Fällen nach Satz 1 legt die Planungsstelle fest.

§ 3
Durchführung und Bestehenskriterien

(1) Die Kassenärztliche Vereinigung stellt dem Teilnehmer für die Beurteilung der Mammographieaufnahmen einen geeigneten Lichtkasten (mindestens 2 000 Candela/m2 und Iris-Anbauleuchte) und einen Beurteilungsbogen zur Verfügung. Der zu verwendende Beurteilungsbogen wird von der Planungsstelle entwickelt und den Kassenärztlichen Vereinigungen zur Verfügung gestellt. Für die Beurteilung der Fallsammlung hat der Teilnehmer selbst eine geeignete Lupe bereitzuhalten.
(2) Die Beurteilung der Mammographieaufnahmen hat durch den Teilnehmer selbstständig und ohne weitere Hilfen zu erfolgen. Für die Beurteilung stehen dem Teilnehmer maximal sechs Stunden zur Verfügung. Während der Beurteilung soll mindestens ein Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung anwesend sein.
(3) Die Beurteilung der Mammographieaufnahmen ist wie folgt zu treffen:
a) Mammographisch unauffällig oder Verdacht auf gutartige Veränderungen
b) Verdacht auf bösartige Veränderungen
Die Beurteilung hat für die linke und rechte Mamma getrennt zu erfolgen.
(4) Die Teilnahme an der Beurteilung war erfolgreich, wenn die Sensitivität und die Spezifität jeweils mindestens 90 % betragen hat sowie höchstens sieben falsche, davon höchstens zwei falschnegative Beurteilungen erfolgt sind.
(5) War die Teilnahme an der Beurteilung nicht erfolgreich, kann der Antrag auf eine erneute Teilnahme frühestens nach drei Monaten an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung gerichtet werden.
(6) Die Kassenärztliche Vereinigung informiert den Arzt über das Ergebnis der Beurteilung der Fallsammlung.

§ 4
Fortbildungskurse

Die Kassenärztlichen Vereinigungen bieten den Ärzten, die an der Beurteilung der Fallsammlung teilnehmen wollen, zur Vorbereitung darauf Fortbildungskurse an. Für die Inhalte und Durchführung der Kurse wird empfohlen:
a) Die Kurse sollen unter der Leitung eines in der Mammographie fachkundigen Arztes durchgeführt werden, der mindestens die Anforderungen dieser Vereinbarung erfüllt.
b) Die Kurse sollen einen theoretischen und einen praktischen Teil beinhalten und aus insgesamt mindestens 2 × 8 Stunden bestehen.
c) Im theoretischen Teil sollen die prüfungsrelevanten Grundlagen in der Mammographie wiederholt werden.
d) Der praktische Teil soll anhand von Mammographieaufnahmen erfolgen. Für höchstens drei Teilnehmer soll jeweils ein Schaukasten zur Verfügung stehen.
e) Die Teilnehmerzahl der Kurse soll 60 nicht überschreiten. Für jeweils 30 Teilnehmer soll mindestens ein in der Mammographie fachkundiger Arzt zur Verfügung stehen.
f) Für die Ärzte soll grundsätzlich die Möglichkeit bestehen, auch mehrere Kurse hintereinander zu besuchen.
Abschnitt 2
Verfahren zur Fortbildung durch
kontrollierte Selbstüberprüfung

§ 5
Beurteilung von Mammographie-
aufnahmen

(1) Ärzte, denen eine Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung mammographischer Leistungen erteilt worden ist, sind verpflichtet, sich weiterhin an einem Verfahren zur Selbstüberprüfung zu beteiligen. Dieses Verfahren kann nicht durch andere Maßnahmen, z. B. der Fortbildung oder der Teilnahme an Qualitätszirkeln, ersetzt werden. Abs. 9 bleibt unberührt.
(2) Die Selbstüberprüfung erfolgt anhand ausgewählter Mammographieaufnahmen, welche von der Planungsstelle gemäß § 2 Abs. 1, die hierzu von der Kassenärztlichen Vereinigung beauftragt ist, dem Arzt bzw. der Kassenärztlichen Vereinigung zur Verfügung gestellt werden. Die Planungsstelle hat die Aufgabe, die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für die Selbstüberprüfung zu schaffen sowie die Durchführung konsiliarisch zu begleiten. Die mit der Mammadiagnostik befassten Wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Berufsverbände sind auf Antrag, der an die Planungsstelle zu richten ist, an der fachlichen Vorbereitung und organisatorischen Durchführung des Selbstüberpüfungsverfahrens zu beteiligen.
(3) Bei der Zusammenstellung der Fälle soll das Spektrum der mammographisch relevanten Erkrankungen und das zu treffende radiologische Entscheidungsspektrum berücksichtigt werden. Die bösartigen Befunde müssen histologisch gesichert sein. Die Röntgenbilder, die in Kopie (Röntgenfilme, gegebenenfalls andere geeignete Medien) zur Verfügung gestellt werden, müssen technisch einwandfrei sein. Die Auswahl obliegt der Planungsstelle.
(4) Die Planungsstelle muss mindestens 2 000 Mammographieaufnahmen von 500 Patientinnen (beide Mammae in jeweils zwei Ebenen) vorhalten. Ein Teil dieser Mammographieaufnahmen ist in regelmäßigen Abständen auszutauschen. Die Fälle, welche dem Arzt nach Abs. 6 einerseits und der Kassenärztlichen Vereinigung nach Abs. 7 andererseits zur Verfügung gestellt werden, dürfen nicht identisch sein. Jeder Kassenärztlichen Vereinigung bzw. jedem Arzt ist eine variierte Fallsammlung zur Verfügung zu stellen.
Das Nähere zum regelmäßigen Austausch von Fällen und zur Variation der Fallsammlung legt die Planungsstelle fest.
(5) Die Selbstüberprüfung ist in jährlichen Abständen durchzuführen, davon jedes zweite Jahr bei der Kassenärztlichen Vereinigung. Selbstüberprüfungen, welche zwischen dem 10. und 14. Monat nach der letzten erfolgreichen Teilnahme an der Selbstüberprüfung erfolgt sind und gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung in diesem Zeitraum nachgewiesen wurden, werden anerkannt. Die Teilnahme an der Selbstüberprüfung nach Abs. 6 ist durch die Vorlage der von der Planungsstelle ausgestellten Bescheinigung gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung nachzuweisen.
Wird der Nachweis über die Teilnahme an der Selbstüberprüfung gemäß Sätzen 1 bis 3 nicht geführt, wird die weitere Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung von mammographischen Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung von der erfolgreichen Teilnahme an einem Kolloquium abhängig gemacht. Abs. 8 gilt entsprechend.
(6) Für die Durchführung der Selbst-
überprüfung beim Arzt gilt Folgendes:
a) Der Arzt meldet sich zur Selbst-
überprüfung bei der Planungsstelle an. Dem Arzt werden 400 Mammographieaufnahmen von 100 Patientinnen (beide Mammae in jeweils zwei Ebenen), welche von der Planungsstelle innerhalb von 8 Wochen nach Anmeldung zur Verfügung gestellt werden sollen, zur Beurteilung vorgelegt.
b) Der Arzt teilt der Planungsstelle seine Beurteilungen innerhalb der von ihr vorgegebenen Zeit mit. Die Planungsstelle wertet die Beurteilungen aus und informiert den Arzt zeitnah über die Ergebnisse. Sie teilt dem Arzt mit, worin ggf. die Mängel bestanden haben, und macht ihm als kollegiale Beratung Vorschläge, wie diese behoben werden können. Dem Arzt ist ausreichend Gelegenheit zu geben, die abweichenden Beurteilungen anhand der entsprechenden Mammographieaufnahmen nachzuvollziehen. Darüber hinaus stellt sie dem Arzt auf dessen Wunsch hin Mammographieaufnahmen unter Berücksichtigung der erkannten Mängel zur Verfügung.
c) Die Planungsstelle stellt dem Arzt über die Teilnahme und die Ergebnisse der Selbstüberprüfung eine schriftliche Bescheinigung aus. Der Arzt übersendet der Kassenärztlichen Vereinigung die Bescheinigung. Die Kassenärztliche Vereinigung wertet die Bescheinigung aus und stellt fest, ob das Ergebnis den Anforderungen der Selbstüberprüfung genügt. Soweit in erheblichem Ausmaß wiederholt nicht zutreffende Beurteilungen* erfolgt sind, fordert die Kassenärztliche Vereinigung den Arzt innerhalb von vier Wochen auf, an einem Kolloquium innerhalb von drei Monaten teilzunehmen.
(7) Für die Durchführung der Selbst-
überprüfung bei der Kassenärztlichen Vereinigung gilt Folgendes:
a) Der Arzt meldet sich zur Selbst-
überprüfung an. Die Selbstüberprüfung soll innerhalb von acht Wochen nach der Anmeldung erfolgen. Dem Arzt werden 200 Mammographieaufnahmen von 50 Patientinnen (beide Mammae in jeweils zwei Ebenen), welche der Kassenärztlichen Vereinigung von der Planungsstelle zur Verfügung gestellt wurden, zur Beurteilung vorgelegt. Für die Beurteilung stehen dem Arzt maximal sechs Stunden zur Verfügung.
b) Die Kassenärztliche Vereinigung wertet die Beurteilungen aus und informiert den Arzt zeitnah über die Ergebnisse. Sie teilt dem Arzt mit, worin gegebenenfalls die Mängel bestanden haben und macht ihm als kollegiale Beratung Vorschläge, wie diese behoben werden können. Dem Arzt ist ausreichend Gelegenheit zu geben, die abweichenden Beurteilungen anhand der entsprechenden Mammographieaufnahmen nachzuvollziehen. Darüber hinaus stellt sie dem Arzt auf dessen Wunsch hin Mammographieaufnahmen unter Berücksichtigung der erkannten Mängel zur Verfügung.
c) Soweit mehr als eine bestimmte Anzahl von falsch positiven und falsch negativen Beurteilungen* erfolgt sind, hat der Arzt innerhalb von acht Wochen weitere 200 Mammographieaufnahmen von 50 Patientinnen (beide Mammae in jeweils zwei Ebenen) zu beurteilen. Die nicht zutreffenden Beurteilungen nach Satz 1 und nach Buchstabe a) werden zu einem Ergebnis zusammengefasst. Buchstaben a) und b) gelten entsprechend.
d) Die Kassenärztliche Vereinigung stellt fest, ob das Ergebnis nach Buchstabe c) Satz 2 den Anforderungen der Selbstüberprüfung genügt. Soweit in erheblichem Ausmaß wiederholt nicht zutreffende Beurteilungen* erfolgt sind, fordert die Kassenärztliche Vereinigung den Arzt innerhalb von vier Wochen auf, an einem Kolloquium innerhalb von drei Monaten teilzunehmen.
(8) Im Rahmen des nach Abs. 6 Buchstabe c) oder Abs. 7 Buchstabe d) erforderlichen Kolloquiums werden dem Arzt 80 Mammographieaufnahmen von 20 Patientinnen (beide Mammae in jeweils zwei Ebenen) zur Beurteilung vorgelegt. Mindestens die Hälfte dieser Mammographieaufnahmen sind von der zuständigen Kommission der Kassenärztlichen Vereinigung aus den von der Planungsstelle zur Selbstüberprüfung vorgesehenen Mammographieaufnahmen auszuwählen. Kann der Arzt im Kolloquium seine fachliche Qualifikation in der Mammographie nicht ausreichend belegen, ist wie folgt zu verfahren:
a) Der Arzt ist verpflichtet, an Fortbildungskursen, die von der Kassenärztlichen Vereinigung anerkannt sind, teilzunehmen.
b) Nach Abschluss der Fortbildungskurse ist die erneute Teilnahme an einem Kolloquium zu beantragen. Dieser Antrag ist innerhalb von vier Monaten nach der Mitteilung über die erfolglose Teilnahme an dem vorangegangenen Kolloquium zu stellen. Die Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an den Fortbildungskursen nach Buchstabe a) ist mit dem Antrag vorzulegen.
c) Hat der Arzt die Bescheinigung über die Teilnahme an den Fortbildungskursen nach Buchstabe a) nicht vorgelegt oder war die Teilnahme an dem Kolloquium wiederum erfolglos, ist die Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung mammographischer Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung mit der Mitteilung über die erfolglose Teilnahme zu widerrufen.
d) Nach Widerruf der Genehmigung kann der Arzt frühestens nach Ablauf von sechs Monaten einen Antrag auf eine erneute Teilnahme an dem Kolloquium stellen. Ist dann die Teilnahme an diesem Kolloquium erfolgreich, erteilt die Kassenärztliche Vereinigung die Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung von mammographischen Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung. Wird der Antrag nach Satz 1 innerhalb von 12 Monaten nach dem Widerruf der Abrechnungsgenehmigung gestellt, müssen die Voraussetzungen nach § 6 Absätze 1 bis 4 der Vereinbarung nicht nachgewiesen werden.
(9) Der Nachweis über die Teilnahme an der Selbstüberprüfung nach Abs. 6 wird auch dann anerkannt, wenn diese nicht durch die Planungsstelle durchgeführt wurde. Voraussetzung ist, dass sie im Rahmen einer Qualitätssicherungsmaßnahme seitens der einschlägigen Wissenschaftlichen Fachgesellschaften oder Berufsverbände sowie der Ärztekammern oder Kassenärztlichen Vereinigungen erworben wurde und die Selbstüberprüfung gemäß diesem Abschnitt gleichwertig ist.
(10) Die Gleichwertigkeit gilt als gegeben, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
a) Verwendung einer von der Planungsstelle anerkannten Fallsammlung. Jedem Arzt ist eine variierte Fallsammlung zur Verfügung zu stellen.
b) Selbstständige und individuelle Beurteilung der Fallsammlung durch jeden an der Beurteilung teilnehmenden Arzt
c) Auswertung der Beurteilungsergebnisse und Ausstellen der Bescheinigung darüber im Einvernehmen mit der Planungsstelle. In der Bescheinigung muss insbesondere in geeigneter Weise dargelegt werden, wie die jeweiligen Fallsammlungen variiert werden.
Die der Kassenärztlichen Vereinigung vorgelegte Bescheinigung ist von der Kassenärztlichen Vereinigung der Planungsstelle zum Zweck der Evaluation der Qualitätssicherungsmaßnahme (§ 7) als Kopie zur Verfügung zu stellen.


Abschnitt 3
Dokumentationen

§ 6
Überprüfung der ärztlichen
Dokumentation

(1) Die Überprüfung der ärztlichen Dokumentation umfasst die Qualität der mammographischen Untersuchung mit ihren diagnostischen Informationen sowie die Nachvollziehbarkeit und Schlüssigkeit der medizinischen Fragestellung, Indikationsstellung und Befundung.
(2) Die Kassenärztliche Vereinigung fordert vom Arzt innerhalb von 18 Monaten nach In-Kraft-Treten der Vereinbarung die schriftlichen und bildlichen Dokumentationen 20 abgerechneter Mammographien von zehn Patientinnen (beide Mammae in jeweils beiden Ebenen) an. Bei Ärzten, die nach dem In-Kraft-Treten der Vereinbarung eine Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung von mammographischen Leistungen erteilt bekommen haben, erfolgt die erstmalige Anforderung der Dokumentationen innerhalb von sechs Monaten. Die Überprüfung der ärztlichen Dokumentation des Arztes muss spätestens 24 Monate nach der erfolgreichen Teilnahme an der letzten Überprüfung wiederholt werden.
(3) Die Auswahl der Dokumentationen erfolgt durch die Kassenärztliche Vereinigung auf der Grundlage der Abrechnungsunterlagen unter Angabe des Namens der Patientin und des Tages der durchgeführten Mammographie. Der Zeitraum zwischen der Anforderung der Dokumentation und dem Tage, an dem die Mammographie durchgeführt worden ist, soll in der Regel vier Monate nicht überschreiten.
(4) Aus den vorgelegten Mammographiedokumentationen muss hervorgehen:
a) Anamnese
b) Indikation zur Mammographie
c) Klinischer Untersuchungsbefund
d) Aufnahmetechnische Bedingungen (z. B. Aufnahmespannung, Empfindlich-keit des Film-Folien-Systems)
e) Beschreibung der auffälligen Bildinhalte
f) Lokalisation des Befundes (Distanz zur Mammille in mm, Winkel nach dem Uhrzeigerprinzip) und seine Ausdehnung
g) Die Befundung ist nach folgendem Schema vorzunehmen:
1. Unauffällig
(Anm.: Es liegen keine Merkmale vor, die auf eine benigne oder maligne Veränderung hinweisen.)
2. Benigner Befund
(Anm.: Die Veränderung weist typische benigne Merkmale auf.)
3. Wahrscheinlich benigner Befund
(Anm.: Die Veränderung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit benigne, aber ein Karzinom ist nicht auszuschließen.)
4. Suspekte Veränderung
(Anm.: Die Veränderung weist keine typischen malignen Merkmale auf, aber ein Karzinom ist nicht auszuschließen.)
5. Hochgradig malignitätsverdächtiger Befund
(Anm.: Die Veränderung weist typische maligne Merkmale auf.)
h) Ergebnisse der durchgeführten Zusatzuntersuchungen (Mammasonographie, Spezialaufnahmen, Kernspintomographie, zytologische/histologische Untersuchung).
i) Zusammenfassende Beurteilung und Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.
(5) Die Beurteilung der schriftlichen und bildlichen Dokumentation erfolgt einerseits je Aufnahme, soweit es die Parameter der Bildqualität betrifft, sowie andererseits je Mamma, soweit es die Schlüssigkeit der Indikationsstellung, der Mammographiebilder und der Befundung betrifft:

Stufe I: (regelgerecht)
1. Brustparenchym vollständig abgebildet:
1.1 Medio-lateral schräge Aufnahme (MLO)
– Pektoralismuskel relaxiert und bis in Höhe der Mamille abgebildet (Posterior-Nipple-Line, „a“ = PNL „a“)
– Pektoralismuskel im richtigen Winkel (> 20°)
– Mamille im Profil abgebildet (Kriterium nicht anwendbar, wenn die Mamille sich nicht eindeutig darstellt)
– Inframammäre Falte klar dargestellt
1.2 Cranio-caudale Aufnahme (CC)
– Brustparenchym adäquat abgebil-
det (Posterior-Nipple-Line „b“. Eine ad-
äquate Abbildung liegt vor, wenn b > a 215 mm)
– Mamille im Profil abgebildet
– Mamille mittig oder nach medial zeigend
– Axillärer Drüsenkörperanteil bis auf weit laterale Anteile vollständig abgebildet (Die Brust kann leicht nach medial rotiert werden, um eine bessere Abbildung des axillären Anteils zu erreichen. Dies muss jedoch ohne Verlust von medialen Brustanteilen geschehen.)
2. Beschriftung
– Patienten-Identifikations-Daten
– Beschriftung mit Projektions- und Seitenangabe
– Aufnahmedatum
3. Korrekte Belichtung und Kontrast
Geringe Überbelichtung ist akzeptabel, wenn keine Information verloren geht. (Die Messung der optischen Dichte erfolgt in unklaren Fällen mit einem Densitometer im diagnostisch relevanten Bereich: DOpt. < 0,6 Unterbelichtung, DOpt. > 2,5 Überbelichtung.)
4. Gute Kompression (scharfe Abbildung der Drüsenkörperstrukturen und adäquates Aufspreizen des Drüsengewebes)
5. Keine Bewegungsunschärfen
6. Keine oder geringe Entwicklungs- und Handhabungsartefakte
7. Keine Hautfalten oder Hautfalten im geringen Umfang
8. Symmetrische oder gering asymmetrische Aufnahmen
(Rechte und linke Brust sollen Spiegelbilder bei der Betrachtung im Schaukasten darstellen.)
9. Indikationsstellung, Mammographieaufnahmen und Befundung sind schlüssig.

Stufe II: Eingeschränkt
(geringe Mängel):
Die Dokumentation erfüllt die Kriterien 2 bis 6 der Stufe I (regelrecht). Für die Kriterien 1, 7, 8 und 9 gilt:
1.1 Medio-lateral schräge Aufnahme (MLO)
– Pektoralismuskel nicht bis in Höhe der Mamille abgebildet (PNL), oder
– Pektoralismuskel nicht im richtigen Winkel abgebildet, oder
– Mamille nicht im Profil abgebildet, oder
– inframammäre Falte nicht klar dargestellt
1.2 Cranio-caudale Aufnahme (CC)
– Brustparenchym nicht adäquat abgebildet (b < a – 15 mm),
– Mamille nicht im Profil dargestellt oder größere Anteile des axillären Ausläufers nicht abgebildet bei mittiger oder medialer Projektion der Mamille.
7. Ausgeprägte Hautfalten
8. Deutlich asymmetrische Aufnahmen
9. Indikationsstellung, Mammographieaufnahmen und Befundung sind eingeschränkt schlüssig.

Stufe III: Unzureichend
(schwerwiegende Mängel):
Die Dokumentation ist unzureichend, wenn sie mindestens einer der folgenden Kriterien zugeordnet wird:
1. Brustparenchym durch suboptimale Einstellung unvollständig abgebildet oder in der medio-lateral schrägen Aufnahme (MLO) Pektoralismuskel nur am Rand erfasst bzw. in der cranio-caudalen Aufnahme (CC) Mamille nach lateral abweisend.
2. Unzureichende Beschriftung
3. Fehlbelichtung oder unzureichender Kontrast
4. Unzureichende Kompression
5. Unschärfen durch Bewegung
6./7. Artefakte, welche die diagnostische Aussage einschränken (z. B. durch Überlagerung anderer Körperstrukturen, Hautfalten)
9. Indikationsstellung, Mammographieaufnahmen und Befundung sind nicht schlüssig.
(6) Die Anforderungen an eine sachgerechte Dokumentation werden erfüllt, wenn
a) nicht mehr als 12 Beurteilungen der Stufe II erfolgt sind und
b) keine Beurteilung der Stufe III erfolgt ist.
(7) Werden die Anforderungen an eine sachgerechte Dokumentation nicht erfüllt, müssen
a) Ärzte, bei denen mindestens 13 Beurteilungen der Stufe II erfolgt sind, innerhalb von sechs Monaten und
b) Ärzte, bei denen mindestens eine Beurteilung der Stufe III erfolgt ist, innerhalb von drei Monaten
an einer erneuten Überprüfung der ärztlichen Dokumentation teilnehmen. Zeigt die Überprüfung der Dokumentation erneut Mängel, ist die Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung von mammographischen Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung mit der Mitteilung über die festgestellten Mängel zu widerrufen.
(8) Ergeben sich z. B. aus mangelnder Kooperation der Patientin, aufgrund besonderer morphologischer Strukturen der Mamma oder Spezialaufnahmen (z. B. rein seitliche, medio-laterale, prä-
operative Aufnahmen) eingeschränkte Interpretationen der Bilddokumentation, gelten diese nicht als Mängel gemäß Abs. 5, soweit die Gründe für diese Mängel aus der vorgelegten schriftlichen Dokumentation hervorgehen.
(9) Das Ergebnis der Überprüfung der Dokumentation wird durch die
zuständige Kassenärztliche Vereinigung dem Arzt innerhalb von vier Wochen mitgeteilt. Der Arzt soll über die bestehenden Mängel informiert und eingehend beraten werden, in welcher Form die Mängel behoben werden können. Die Beratung zur Behebung von technischen Mängeln kann mit Zustimmung des Arztes auch am Ort der Leistungserbringung (Arztpraxis etc.) durchgeführt werden.

Abschnitt 4

§ 7
Evaluation der Qualitätssicherungs-
maßnahmen

(1) Damit die Partner der Bundesmantelverträge entscheiden können, ob und in welcher Weise die nach dieser Vereinbarung getroffenen Qualitätssicherungsmaßnahmen weitergeführt werden, sind deren Ergebnisse von der Planungsstelle zu sammeln und jährlich auszuwerten.
(2) In die jährliche Auswertung werden insbesondere einbezogen:
a) Die Ergebnisse der Beurteilung der Fallsammlung nach Abschnitt 1.
b) Die Ergebnisse des Selbstüberprüfungsverfahrens nach Abschnitt 2 aus den Bescheinigungen, welche den Kassenärztlichen Vereinigungen zum Nachweis der Teilnahme vorgelegt wurden.
c) Die Ergebnisse der Überprüfungen der ärztlichen Dokumentationen gemäß Abschnitt 3.
(3) Die Einzelheiten über Ziele und Inhalte der Evaluation legen die Partner der Bundesmantelverträge bis zum 30. Juni 2002 fest.


Abschnitt 5
In-Kraft-Treten, Übergangsregelungen

§ 8
In-Kraft-Treten

Die Vereinbarung tritt am 1. April 2002 in Kraft.

§ 9
Übergangsregelungen

(1) Ärzte, die eine Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung mammographischer Leistungen vor dem In-Kraft-Treten dieser Vereinbarung erhalten haben, behalten diese, wenn sie bis zum 30. September 2003 erfolgreich an der Beurteilung der Fallsammlung gemäß Abschnitt 1 dieser Anlage teilgenommen haben.
(2) Die Teilnahme an der Beurteilung der Mammographieaufnahmen gemäß Abschnitt 1 dieser Anlage ist bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung formlos zu beantragen. Die Beurteilung der Mammographieaufnahmen soll innerhalb von drei Monaten nach Antragstellung erfolgen. Die Kassenärztliche Vereinigung teilt dem Arzt das Ergebnis seiner Beurteilung innerhalb von vier Wochen mit.
(3) War die Teilnahme an dieser Beurteilung nicht erfolgreich, gilt Folgendes:
a) Der Arzt ist verpflichtet, innerhalb von vier Monaten an Fortbildungskursen, die von der Kassenärztlichen Vereinigung anerkannt sind, teilzunehmen.
b) Der Antrag auf erneute Teilnahme an der Beurteilung der Mammographieaufnahmen ist innerhalb von vier Monaten nach der Mitteilung über die erfolglose Teilnahme zu stellen. Die Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an den Fortbildungskursen nach Buchstabe a) ist mit dem Antrag vorzulegen.
c) Hat der Arzt die Bescheinigung über die Teilnahme an den Fortbildungskursen nach Buchstabe b) nicht vorgelegt oder war die Teilnahme an der Beurteilung der Mammographieaufnahmen erneut erfolglos, ist die Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung mammographischer Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung mit der Mitteilung über die erfolglose Teilnahme zu widerrufen.
d) Der Antrag auf eine weitere Teilnahme an der Beurteilung der Fallsammlung kann frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Mitteilung über die vorausgegangene erfolglose Teilnahme gestellt werden. Ist dann die Teilnahme an der Beurteilung der Mammographieaufnahmen erfolgreich, erteilt die Kassenärztliche Vereinigung die Genehmigung zur Ausführung und Abrechnung von mammographischen Leistungen in der vertragsärztlichen Versorgung.
Der 2. und 3. Abschnitt dieser Anlagen bleiben unberührt.
(4) Die schriftliche Bescheinigung über die Teilnahme an der Selbstüberprüfung nach § 5 Abs. 6 oder Abs. 7 dieser Anlage hat der Arzt der Kassenärztlichen Vereinigung erstmals innerhalb von 12 Monaten nach seiner erfolgreichen Teilnahme an der Beurteilung der Fallsammlung nach Abschnitt 1 dieser Anlage vorzulegen.
(5) Die Vertragspartner legen bis zum 30. Juni 2002 die Kriterien fest, nach denen
a) Häufigkeit und Ausmaß unzutreffender Beurteilungen für die Erfolglosigkeit der jeweiligen Selbstüberprüfung oder der Teilnahme an dem Kolloquium maßgeblich sind (s. § 5 Abs. 6 Buchstabe c), Abs. 7 Buchstabe d)) sowie
b) bei der Durchführung der Selbst-
überprüfung bei der Kassenärztlichen Vereinigung die Beurteilung zusätzlicher Mammographieaufnahmen erforderlich ist (s. § 5 Abs. 7 Buchstabe c)).

Protokollnotiz

Die Vertragspartner verpflichten sich, ein Jahr nach dem In-Kraft-Treten der Vereinbarung auf der Grundlage der bis dahin vorliegenden Erfahrungen z. B. der Planungsstelle „Mammographie-Screening“ und Kassenärztlicher Vereinigungen zu prüfen,
– ob die Beurteilungen der Fallsammlungen zukünftig ggf. auf der Grundlage digitalisierter Röntgenaufnahmen erfolgen können und
– welcher Stellenwert einem institutionalisierten Zweitmeinungsverfahren im Rahmen der „kurativen“ Mammographie zukommen kann.
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