ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2002Arztzahlen: BfA ist kontraproduktiv
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LNSLNS In derselben Ausgabe des DÄ war in der Rubrik „Stellenangebote Ausland“ eine große Anzeige der Bundesanstalt für Arbeit geschaltet. Absurderweise wurden dort mithilfe dieser Anstalt –
finanziert durch die Allgemeinheit – Fachärzte für Großbritannien vermittelt. Bereits jetzt konnten laut einer aktuellen Meldung über 2 000 Stellen in Deutschland nicht besetzt werden, und in einigen Bereichen existiert bereits Facharztmangel. Es ist schon faszinierend, mit wel-
chem Aufwand wieder „weit vorausschauend“ qualifizierte Fachkräfte fortgeschickt werden. Letztendlich wurden diese Fachkräfte mit finanziellen Mitteln durch die Allgemeinheit (Kindergeld, steuerliche Vergünstigung der Eltern, kostenfreie Schul- und Hochschulausbildung) ausgebildet. In einigen Jahren können wir dann zum Beispiel indische Ärzte mit Green-Card-Projekten anwerben, die aber, wie aus aktuellen Beispielen ersehbar, auch keine Intention haben, in dieser kalten Bananenrepublik zu arbeiten.
Offensichtlich ist dieses Anstaltspersonal der Bundesanstalt für Arbeit über die aktuelle Situation nicht informiert und verschwendet Zeit und Geld für unnötige, kontraproduktive Leistungen, die der Gesellschaft sogar Schaden zufügen. Statt teure und schwer zu ersetzende Fachkräfte in Länder wie Großbritannien, Norwegen, Schweden et cetera zu vermitteln, die es sich nicht leisten wollen, Fachärzte auszubilden, sollte sich diese Anstalt auf ihre Kerninkompetenz zurückziehen und Arbeitskräfte in diesem Land vermitteln.
Nachtrag zu Ihrem sehr anschaulichen und informativen Artikel: Laut Ihres Artikels wurde nur eine sehr geringe Quote an Abwanderung in das Ausland verzeichnet. Aus meinem Semester sind einige Kommilitonen wegen der besseren Arbeits-, Ausbildungs- und Forschungsbedingungen in die USA und Norwegen ausgewandert. Dabei handelte es sich um den Jahrgangsbesten und mehrere hervorragende, intelligente und flexible Medizinabsolventen. Aber scheinbar handelt es sich um entbehrliche Leute. Also können wir die angehenden Kollegen und Ärzte in unserem System weiter so behandeln wie bisher.
Dr. med. Klaus Rösecke
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