ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2002Therapeutische Allianz: Schwierig mit aggressiven Patienten

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Therapeutische Allianz: Schwierig mit aggressiven Patienten

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LNSLNS Die Zusammenarbeit zwischen Therapeut und Patient wirkt sich unmittelbar auf den Verlauf und den Erfolg einer Therapie aus, so das Ergebnis mehrerer Therapieprozessstudien. Dies veranlasste ein norwegisches Wissenschaftlerteam, sich mit dem „Arbeitsverhältnis“ zwischen Therapeut und Patient und den Bedingungen der Therapie zu beschäftigen. Die therapeutische Allianz wird vor allem bestimmt durch die Kapazitäten des Patienten zur therapeutischen Mitarbeit, von seiner gefühlsmäßigen Bindung an den Therapeuten, vom empathischen Verständnis und Engagement des Therapeuten sowie von der Übereinstimmung der Behandlungsziele und -aufgaben.
An der Studie nahmen 270 Patienten aus fünfzehn ambulanten Einrichtungen und 59 Therapeuten unterschiedlicher Schulen und Ausbildungsrichtungen teil. Knapp zwei Drittel der Patienten litten unter Persönlichkeitsstörungen. Nach jeder Sitzung bewerteten sowohl die Therapeuten als auch die Patienten ihre Zusammenarbeit. Sie wurde stets von den Patienten besser eingeschätzt. Art und Schwere der Störung wirken sich dagegen kaum auf die Kooperation aus. Dafür scheint das Verhältnis, das die Patienten zu ihren Eltern und Freunden haben, wichtig
zu sein. Den größten Einfluss darauf hat jedoch ein Persönlichkeitsmerkmal (Inventory of Interpersonal Problems IIP-cold subscale): Je mehr Probleme die Patienten im zwischenmenschlichen Bereich hatten, weil sie sich aggressiv und rachsüchtig verhielten, desto schwerer fiel es ihnen, eine Ebene mit dem Therapeuten zu finden. ms
Hersoug AG, Monsen JT, Havik OE: Quality of early working alliance in psychotherapy: Diagnoses, relationship and intrapsychic variables as predictors. Psychotherapy and Psychosomatics 2002; 71: 18–27.
Anne Grete Hersoug, Department of Psychiatry, University of Oslo, PO Box 85 Vinderen, N-0319 Oslo (Norwegen), E-Mail: a.g.hersoug@psykiatri.uio.no
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