ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2002KBV: Wem nützen neue Vertragsformen?
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS . . . Glaubt die KBV . . . , dass die „neuen Vertragsformen“ anderen als den Krankenkassen und der Politik nützen? Uns Ärzten ganz bestimmt nicht, denn nach Aussagen verschiedener Auguren vor allem der Kassenseite muss die neue Vertragsform ja kostenneutral bewerkstelligt werden, von vermehrten Abstimmungen bis über vertiefte Dokumentationen und daraus entstehender Mitteilungspflicht an die beteiligten Kassen. Aber profitiert wenigstens der Patient, wie von unserer Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin immer wieder gefordert und beschworen? Kommt der Patient in den DMP überhaupt noch vor? Es wird ja nicht so sehr auf Patienten eingegangen, sondern es werden nur noch Krankheiten behandelt; der Mensch hinter der Krankheit interessiert nur noch als Werkstück, das „verarbeitet“ werden muss.
Ablaufpläne, Flussdiagramme, Patienten-Reminding, Entscheidungsvorgaben, Übermittlung von Daten
(gerade auch der ausgebliebenen „Erfolge“) an die Krankenkassen: Sind wir denn noch bei Trost, mit diesen Zwangsmaßnahmen, mit Druck und nach allgemeiner Vorgabe behandeln zu wollen? Da ist die „fürsorglich-psychiatrische Behandlung“ (ein Euphemismus für die psychiatrische Zwangsbehandlung, die wenigstens rechtlich klar abgesichert ist) ja fast ein Klacks, denn ein Patient, der sich in der Hoffnung auf Besserung seiner Leiden in ein DMP einschreibt, hört ja nur die Euphemismen von besserer Behandlung und weiß nichts von dem Druck, der auf ihn ausgeübt werden kann und soll.
Dr. med. Hans-Martin Seichter, Spiegelgasse 1, 72108 Rottenburg
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema