ArchivDeutsches Ärzteblatt6/1996Mikropillen: Kritik am Studiendesign

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Mikropillen: Kritik am Studiendesign

Glöser, Sabine

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LNSLNS BONN. Die kürzlich publizierten Ergebnisse der WHO-Studie und der transnationalen Studie hatten bei Einnahme von oralen Kontrazeptiva der dritten Generation eine Erhöhung des Thromboserisikos ergeben. Der für Deutschland verantwortliche Leiter der Studien, Prof. Dr. Lothar Heinemann, erklärte dazu bei einem Presseseminar des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. in Bonn, daß methodische Qualitätskriterien im Studiendesign nicht eingehalten worden seien. Beobachtete Unterschiede zwischen den Pillen dritter und zweiter Generation könnten durch Verzerrungen erklärt werden.
Heinemann, Direktor des Zentrums für Epidemiologie und Gesundheitsforschung, wies zudem darauf hin, daß der gesamte Komplex angeborener Risiken in keiner der Studien bearbeitet worden sei. Der Wiener Professor Dr. Johannes Huber unterstrich, daß nach den vorliegenden Zahlen bei der Verschreibung von Pillen der dritten Generation eine Selektion von Risikopatientinnen vorgenommen worden sei.
Die Referenten stimmten überein, daß das Hauptproblem nicht die Pille, sondern die Verschreibungspraxis sei. Gynäkologen sollten akkurate Anamnesen vornehmen und Risikofaktoren der Nutzerinnen beachten. Die Studienergebnisse hatten bereits im Oktober letzten Jahres zu Diskussionen um orale Kontrazeptiva geführt.
SG
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