ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2002Gutachterverfahren: Änderungsbedarf
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LNSLNS Als Psychologische Psychotherapeutin verfasse ich selbst Berichte an den Gutachter, als Gutachterin (VT Erwachsene) beurteile ich Berichte von Kollegen und Kolleginnen. Aus beiden Positionen heraus sehe ich Änderungsbedarf im Verfahren und Strukturierungserfordernis in der Diskussion. So sollte auf der berufspolitischen Ebene weiterhin in Fachgremien auf bessere Honorierung, Vereinfachung etc. hingearbeitet werden. Auf der fachlich-inhaltlichen Ebene müssen Methoden weiterentwickelt, die Diskussion Wissenschaft-, Praxis- und Methodenintegration vorangetrieben werden. Auf der sozialrechtlichen Ebene jedoch nützt uns das Gutachterverfahren. Die Genehmigungsbedürftigkeit von Therapien in Verbindung mit der Zeitgebundenheit war bei den BSG-Urteilen ein wesentliches Argument für die Verpflichtung der KVen zu angemessener Vergütung; die Vorabprüfung befreit uns von der nachträglichen Wirtschaftlichkeitsprüfung mit möglichen finanziellen Regressen. Eine Abschaffung des Gutachterverfahrens ist also nicht ohne Risiko. Die vorliegenden Vorschläge für die Modifizierung des Gutachterverfahrens beinhalten zwar eine Vereinfachung des Verfahrensablaufs, aber meines Erachtens auch mehr Kontrolle. Sie sehen bei Auffälligkeiten eine sehr detaillierte Prüfung von Einzelfällen mit Sanktionen vor beziehungsweise wollen zur externen Prozessevaluation verpflichten. Meine persönliche Zielrichtung für eine Modifikation des Gutachterverfahrens wäre mehr Transparenz und die Integration in ein Konzept von Qualitätssicherung. Hier wären beispielsweise pro Bewilligungsabschnitt für befürwortete gutachterpflichtige Therapien Punkte im Rahmen einer Qualitätszertifizierung denkbar.
Gabriele Greve, Bütersworthstraße 3, 30161 Hannover
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