ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2002Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie. Band 3: Aggressiv-dissoziale Störungen

BÜCHER

Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie. Band 3: Aggressiv-dissoziale Störungen

PP 1, Ausgabe August 2002, Seite 338

Petermann, Franz; Döpfner, Manfred; Schmidt, Martin H.

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Verhaltenstherapie
Am Symptom orientiert
Franz Petermann, Manfred Döpfner, Martin H. Schmidt: Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie. Band 3: Aggressiv-dissoziale Störungen. Hogrefe-Verlag, Göttingen u. a., 2001, VIII, 176 Seiten, kartoniert, 22,95 €
Nach einem Überblick über den Stand der Forschung stellen die Autoren ausführlich die Leitlinien zur Diagnostik und Verlaufskontrolle dar. Im Kapitel Verfahren zur Diagnostik und Therapie sind in einer Kurzbeschreibung sieben Testverfahren und sechs Trainingsverfahren dargestellt. Fünf der angegebenen Testverfahren sind jedoch Bestandteil des im Göttinger Testkatalog erst angekündigten neuen Kinder-Diagnostik-Systems KIDS. Die Verfahren zur Therapie beschränken sich auf die von Petermann und Döpfner entwickelten Programme und Trainings mit aggressiven Kindern. Sie werden in einer Kurzbeschreibung vorgestellt. Eine praktische Handreichung für den Therapeuten mit Anleitungen zur Umsetzung in die eigene Praxis ist nur möglich, wenn die vorgestellten Programme gesondert bestellt werden.
Das gilt auch für das Kapitel „Programm zur Gewaltprävention in der Schule“, in dem eine Auflistung von bekannten Maßnahmen wie „bessere Aufsicht während der Pausen“ und „schönerer Schulhof“ zwar eine Gedankenrichtung vorgeben, zur Umsetzung aber wenig Hinweise gegeben werden.
Im Kapitel „Materialien“ findet man eine Checkliste zur Exploration aggressiv-dissozialer Verhaltensstörungen, Beobachtungsbogen für aggressives Verhalten, ein Leitfaden zum Schlichtungsgespräch und ein Schema für ein Problemlöse-, Ärgerkontroll- und Kompetenztraining. Das anschließende Fallbeispiel bestätigt die therapeutische Arbeitsweise der Autoren und schildert anschaulich den Prozess einer verhaltenstherapeutischen Therapie.
Das Buch bietet einen guten Überblick über die verhaltenstherapeutischen Ansätze, listet die gängigen und neueren Testverfahren auf und bietet all denen eine Hilfe, die sich neu in das Thema einarbeiten möchten. Es ist am Symptom orientiert und verschweigt nicht die Grenzen der Behandlungsfähigkeit.
Nicht unerwähnt bleibt, dass Abbrüche von Therapien mit dieser Symptomatik häufig sind und komorbide Strukturen eine Behandlung erschweren. Insbesondere, wenn die Ursachen dieser Verhaltensstörungen in Bereichen liegen, die für die vorgestellten Trainingseinheiten nicht zugänglich sind, wie zum Beispiel Missbrauchserfahrungen, Traumatisierungen und Suchtproblematiken. Dann sind andere Behandlungsansätze zu bedenken. Gabriele Enders
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