ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2002Richtlinienverfahren: Erste Hürde überwunden

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Richtlinienverfahren: Erste Hürde überwunden

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LNSLNS Wissenschaftlicher Beirat erkennt Gesprächspsychotherapie an.
Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP) hat die Gesprächspsychotherapie und die Neuropsychologie als wissenschaftliche Verfahren anerkannt. Der Beirat empfiehlt die Gesprächspsychotherapie für die vertiefte Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten beziehungsweise als Hauptverfahren der ärztlichen Weiterbildung. Aufgrund der auf wenige Anwendungsbereiche begrenzten Wirksamkeitsnachweise für die Neuropsychologie wird diese als Zusatzverfahren in der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten beziehungsweise als Zweitverfahren in der ärztlichen Weiterbildung empfohlen. Die Empfehlung beschränkt sich auf die Erwachsenenbehandlung. Der bei der Bundes­ärzte­kammer eingerichtete, paritätisch mit Ärzten und Psychologen besetzte WBP hat nach § 11 des Psychotherapeutengesetzes die Aufgabe, die Wissenschaftlichkeit von Psychotherapieverfahren festzustellen. Die Approbationsbehörden der Länder müssen die Gutachten des Beirats beachten.
Die Anerkennung des WBP ist die erste Hürde auf dem Weg zur sozialrechtlichen Anerkennung der Gesprächspsychotherapie. Um sie als viertes Richtlinienverfahren – neben Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, Verhaltenstherapie – und als Leistung der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung zu etablieren, muss der Bundes­aus­schuss der Ärzte und Krankenkassen die Gesprächspsychotherapie anerkennen.
Die Psychotherapeutenkammer Berlin wertet die „überfällige Empfehlung“ als „bedeutenden Schritt, der die Richtlinienpsychotherapie um ein Verfahren der humanistischen Psychotherapie erweitern“ könne. Ähnlich äußert sich die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Psychotherapeutenkammer Baden-Württemberg, die die zuständigen Länderbehörden und Gremien der Selbstverwaltung auffordert, „die aus der Anerkennung resultierenden Schritte unverzüglich umzusetzen“.
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