ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2002Suchterkrankungen: Ersatzvornahme

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Suchterkrankungen: Ersatzvornahme

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Methadon ist einer der Drogenersatzstoffe. Foto: ddp
Methadon ist einer der Drogenersatzstoffe. Foto: ddp
Substitution ist jetzt auch bei Patienten ohne Begleiterkrankung möglich.
Künftig ist eine substitutionsgestützte Behandlung bei Opiatabhängigkeit auch ohne weitere Begleiterkrankung sowie bei einer Abhängigkeit von weniger als zwei Jahren möglich. Die Behandlung muss nicht mehr genehmigt, sondern nur noch angezeigt werden. Das sieht die Ersatzvornahme des Bundesministeriums für Gesundheit vor, die die Richtlinien zur substitutionsgestützten Behandlung ändert. Damit wird die Rechtsunsicherheit beendet, die durch die Differenz zwischen den Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer und des Bundes­aus­schusses der Ärzte und Krankenkassen entstanden war (DÄ, Heft 19/2002).
Das Ministerium forderte den Bundesauschuss auf, bis zum 6. September Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Substitution festzulegen. Der Suchtexperte im Vorstand der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. med. Ingo Flenker, und der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm, begrüßten die Ersatzvornahme als wesentlichen Schritt zur Verbesserung der Behandlung Heroinabhängiger.
Patienten, die Substitutionsmittel erhalten, werden im zentralen Substitutionsregister beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erfasst. Damit will man verhindern, dass sich Abhängige Mittel von mehreren Ärzten verschreiben lassen. Seit dem 1. Juli muss der Arzt ferner eine suchttherapeutische Qualifikation nachweisen, um Substitutionsmittel verschreiben zu können.
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