ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2002Abrechnungs-Service: Honorar kommt schneller

POLITIK

Abrechnungs-Service: Honorar kommt schneller

PP 1, Ausgabe September 2002, Seite 407

Schmidt, Klaus

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LNSLNS Kassenärztliche Vereinigung Bayerns ist auf dem Weg
zum Dienstleister.

Die Vertragsärzte und Psychotherapeuten in Bayern erhalten ihr Honorar jetzt schneller. Während die Abrechnung – vom Einreichen der Unterlagen bis zur Überweisung der Restzahlung – in Bayern in den vergangenen Jahren durchschnittlich 80 Arbeitstage in Anspruch nahm, konnte sie durch eine neue Software für das erste Quartal 2002 auf 59 Arbeitstage verkürzt werden. Ziel ist es, mit einer deutlich verbesserten Software 40 Arbeitstage zu erreichen.
„Wir haben viele Baustellen in der KV“, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), Dr. med. Axel Munte, bei einem Gespräch am 8. August in München. „Eine der wichtigsten ist die Abrechnung“, betonte er. Auf dem Wege zu einem modernen Dienstleister habe die KVB damit bereits einen wichtigen Schritt zurückgelegt, aber noch stehe man erst am Anfang einer Organisationsreform, die die KVB völlig neu definieren werde. Auch der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) würde eine solche Strukturreform gut tun, meint Munte, selbst Mitglied im Vorstand der KBV. Die KVB bereitet sich damit auch auf einen Wettbewerb vor, falls die Politik der Körperschaft den Sicherstellungsauftrag entziehen sollte.
„Die Ärzte haben ihr Geld noch nie so früh erhalten“, lobte Franz Binder, Leiter des Kompetenzzentrums Abrechnung, den neuen Service. Sein nächstes Ziel ist die Abrechnung im Quartalsrahmen, das heißt, am 30. September soll bereits das abgeschlossene dritte Quartal fertig abgerechnet sein. Die Zahl der Mitarbeiter, die mit der Abrechnung befasst sind, konnte um 10,5 Prozent verringert werden, nicht durch Kündigungen, sondern durch konsequente Ausnutzung von Fluktuation und Umbesetzungen. Das führt zu Einsparungen in Höhe von 1,7 Millionen Euro im Jahr 2002, in den Folgejahren von jährlich rund 2,5 Millionen Euro.
Die KVB hat auch ihren Internet-Auftritt neu gestaltet. Wichtigstes Kommunikationsinstrument zwischen KVB und Mitgliedern ist das Extranet, zu dem nur die KVB-Mitglieder zugreifen können. Hier finden sie seit Juni eine bundesweit bislang einmalige Abrechnungsfrühinformation, die ihnen etwa vier bis acht Wochen vor dem Honorarbescheid bereits anzeigt, mit welchem Honorar sie für das laufende Quartal rechnen können. Nach Eingabe seiner Arztnummer kann der Teilnehmer seine individuellen Praxisdaten am Monitor kontrollieren, sie als PDF-Datei ausdrucken oder als Tabelle für die weitere Analyse abspeichern. Wie Dr. Gabriele Ulrich, Leiterin des Extranets, berichtete, haben sich im Juni die täglichen Seitenabrufe gegenüber den Vormonaten vervierfacht. Im Schnitt gibt es täglich etwa 16 500 Zugriffe, wobei die Arzneimittelinformationen und die Abrechnungsfrühinformationen am häufigsten gefragt sind.
Kostenfreier E-Mail-Service
Die KVB bietet allen bayerischen Vertragsärzten einen kostenfreien E-Mail-Dienst, den sie für ihre E-Mail-Kommunikation nutzen können. Zurzeit nimmt ein Drittel aller bayerischen Vertragsärzte – etwa 7 000 – am Extranet teil. Die Abrechnung bezeichnete Munte als eine Kernkompetenz der Kassenärztlichen Vereinigung. Deshalb sei es wichtig, hier anzusetzen und die Abläufe zu optimieren. Die KV Bayerns lädt die anderen Kassenärztlichen Vereinigungen ein, sich an ihrem Service zu beteiligen. „Das Rad muss nicht überall neu erfunden werden“, kommentierte der KVB-Vorsitzende das Angebot. Klaus Schmidt
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