ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2002Adipositas bei Kindern: Familientherapie langfristig effektiver

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Adipositas bei Kindern: Familientherapie langfristig effektiver

PP 1, Ausgabe September 2002, Seite 410

MS

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LNSLNS Adipöse Kinder sind meist auch als Erwachsene zu schwer. Nur wenn das Übergewicht frühzeitig behandelt wird, besteht eine Chance, Normalgewicht im Erwachsenenalter zu erzielen. Die Autoren entwickelten ein Therapieprogramm, das sie an 68 adipösen 10- bis 14-Jährigen ausprobierten. Die Kinder wurden entweder durch Gruppen- oder durch Familientherapie in neun Sitzungen über einen Zeitraum von drei Monaten behandelt. Die Kinder führten während der Therapie Ernährungstagebücher. Die Gruppen- und die Familientherapie waren inhaltlich identisch. In den Sitzungen wurden Ernährungswissen und ein positives Körpergefühl vermittelt. Außerdem sollten die sozialen Fertigkeiten, das Selbstvertrauen und die motorische Aktivität gesteigert werden. In beiden Therapieformen wurden verhaltenstherapeutische Methoden, wie beispielsweise Token-Programme, Selbstinstruktion, kognitive Umstrukturierung, Stimuluskontrolle und Selbstmanagement, angewandt. Bei der Familientherapie wurden zusätzlich die familiäre Kommunikation und Interaktion einbezogen. „Beide Therapieformen haben sich kurzfristig als erfolgreich erwiesen“, berichten die Autoren. BMI und prozentuale Fettmasse gingen zurück. Die Kinder ernährten sich nach der Therapie anders: Sie aßen weniger Fett, dafür aber mehr Kohlenhydrate und Eiweiß. Die Autoren betrachten die Gruppentherapie als ausreichend, um kurzfristige Veränderungen zu erzielen. Langfristig halten sie jedoch das Familientraining für effektiver, weil der Familie bei der Entstehung, Aufrechterhaltung und Behandlung von kindlicher Adipositas eine bedeutende Rolle zugeschrieben wird. ms

Lehrke S, Becker S, Laessle RG: Strukturierte Verhaltenstherapie bei übergewichtigen Kindern: Therapieeffekte zur Nahrungsaufnahme. Verhaltenstherapie 2002; 12: 9–16.

Dipl.-Psych. Sonja Lehrke, Universität Trier, Forschungszentrum für Psychobiologie und Psychosomatik, Universitätsring 15, 54286 Trier, Telefon: 02 01/28 64
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