ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2002Epilepsie: Versorgung nicht gesichert

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Epilepsie: Versorgung nicht gesichert

Dtsch Arztebl 2002; 99(41): A-2665 / B-2273 / C-2137

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Epilepsiezentren sind von Schließung bedroht. Foto: dpa
Epilepsiezentren sind von Schließung bedroht. Foto: dpa
Deutsche Liga gegen Epilepsie warnt vor Versorgungseinbrüchen.
Wenn die DRGs (Diagnostic Related Groups) so, wie sie geplant sind, durchkommen, ist die medizinische Versorgung von 200 000 Menschen mit Epilepsie nicht mehr gesichert“, warnte Prof. Dr. med. C. E. Elger im Rahmen einer Podiumsdiskussion in Berlin. Der Neurologe ist Vorstandsmitglied der deutschen Liga gegen Epilepsie und Direktor der Klinik für Epileptologie der Universität Bonn. Anlass der Diskussionsrunde war der Tag der Epilepsie am 5. Oktober.
Bei Einführung der DRGs müssten spezielle Epilepsie-Zentren geschlossen werden, so die Diskussionsteilnehmer. In normalen Kliniken würden leichter und schwerer behandelbare Epilepsiepatienten behandelt. Dadurch sei mit den Fallpauschalen auszukommen. Die Zentren behandeln jedoch ausschließlich schwer erkrankte Patienten. Unter der jetzigen DRG-Kalkulation sei aber deren Behandlung nicht mehr finanzierbar. Akzeptabel wäre deshalb eine differenziertere Berechnung der Fallpauschalen für Epilepsie-Patienten. In Australien, dem Herkunftsland der DRGs, sind die Epilepsiepatienten ganz aus der Klassifizierung ausgenommen, weil sie für diese Erkrankung nicht als sinnvoll erachtet wurden.
Weiterhin sprachen sich die Diskutanten gegen die Aut-idem-Regelung aus. „Wenn jemand mit einem bestimmten Herstellerpräparat gut eingestellt ist, rühre ich wegen der Kosten keinen Finger und riskiere dessen Anfallsfreiheit“, so Elger.
Die pharmakokinetischen Unterschiede zwischen Aut-idem-Präparaten könnten das Risiko von Anfällen ohne Zweifel erhöhen. Jeder zusätzliche Anfall eines Epilepsie-Patienten sei aber mit dem Risiko irreversibler Folgeschäden verbunden.
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