ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2002Statistisches Jahrbuch 2002: Fakten, Fakten, Fakten

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Statistisches Jahrbuch 2002: Fakten, Fakten, Fakten

Rieser, Sabine

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LNSLNS Im aktuellen Band wird unter anderem auf eine neue, umfangreichere Gesundheitspersonalrechnung verwiesen.

Wer seine Vorurteile überprüfen möchte, dem sei das Statistische Jahrbuch empfohlen. Dass die Deutschen über ihre Verhältnisse leben, ist zutreffend: 2001 lag die Staatsverschuldung bei 1 232,8 Milliarden Euro. Euro gleich Teuro – diese Gleichung geht nicht auf. „Die Euro-Bargeldeinführung hat auf die Lebenshaltungskosten keinen wesentlichen Einfluss gehabt“, befanden die Statistiker.
Weniger eindeutig lässt sich an manchen Stellen das Gesundheitswesen beurteilen. „Statisische Unterlagen, die ein abgerundetes Gesamtbild vermitteln, liegen nur eingeschränkt vor“, heißt es im Jahrbuch 2002. Allerdings haben die Statistischen Landesämter wie das Bundesamt in den letzten Jahren einiges daran gesetzt, die Datenlage zu verbessern. So werden Informationen zur Gesundheitsberichterstattung systematischer als früher zusammengeführt (www.gbe.bund.de).
Anderes hat sich aufgrund gesetzlicher Vorgaben verbessert, so die Statistik der Schwangerschaftsabbrüche. Seit die Auskunftspflichtigen ihre Anschrift als Hilfsmerkmal angeben müssen, habe sich „die bis dahin in größerem Maß vorhandene Untererfassung erheblich verringert“. Demnach wurden 2001 genau 134 964 Schwangerschaftsabbrüche erfasst (2000: 134 609). 3 575 wurden mit einer medizinischen Indikation begründet, 49 mit einer kriminologischen. In 131 340 Fällen griff die Beratungsregelung.
Wer sich vor allem für die Beschäftigten im Gesundheitswesen interessiert, der kann auf die Publikation „Gesundheit: Personal 2000“ zurückgreifen. Auch hier klaffen noch Lücken. Beispielsweise werden zahlreiche Gesundheitshandwerker wie Augenoptiker oder Zahntechniker nicht erfasst. Beeindruckend ist dennoch, dass fast elf Prozent aller Beschäftigten im Jahr 2000 im oder für das Gesundheitswesen tätig waren, nämlich 4,1 Millionen Menschen. Gegenüber 1998 ist ihre Zahl um 0,3 Prozent gesunken. Der hohe Frauenanteil ist zudem ein wesentlicher Grund dafür, dass ein Viertel der Beschäftigten Teilzeit arbeitet.
Ärzte, Zahnärzte und Apotheker zählen die Statistiker dabei zu den Gesundheitsdienstberufen, einer von fünf Gruppierungen. Sie stellten 2000 mit rund 411 000 Beschäftigten aber nur ein Fünftel ihrer Gruppe.
Im Zeitraum von 1998 bis 2000 stieg die Anzahl der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker um 9 500, davon waren knapp 7 400 Frauen (+ 2,4 Prozent). Die Beschäftigtenzahl bei den anderen Gesundheitsdienstberufen erhöhte sich um 1,3 Prozent. Dazu zählen zum Beispiel Berufsgruppen wie Krankenpfleger, Zahnarzthelferinnen, Hebammen, Physiotherapeuten.
Aufschlussreich ist zudem, wer sich ohne Berufsbezeichnung um die Gesundheit anderer bemüht. So verweist das Statistische Bundesamt darauf, dass es zu privat pflegenden Personen wenig Angaben gibt. Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde jedoch ermittelt, dass etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland als „private Hauptpflegepersonen“ für andere da sind, zu 80 Prozent übrigens Frauen. Sabine Rieser
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