ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2002Sterbehilfe: Wichtig - Patientenverfügung

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Sterbehilfe: Wichtig - Patientenverfügung

Dtsch Arztebl 2002; 99(41): A-2696 / B-2299 / C-2163

Hussain, Maria

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LNSLNS Seit Jahren empfehle ich dringend allen älteren Menschen, aber im Grunde jedem Erwachsenen ab der Volljährigkeit eine Patientenverfügung und möglichst eine Vorsorgevollmacht auszufüllen. Weil sich jeder Mensch von einem auf den anderen Augenblick in einer solchen hilflosen Situation befinden kann. Ich habe diese Papiere schon lange unterschrieben, ebenfalls meine volljährigen Kinder (26 und 28 Jahre).
Warum? Weil ich hoffe,
! dass im Falle eines zentralen Traumas meine künstliche Ernährung aufgrund der bestehenden schweren Schädigung nach ein bis zwei Jahren eingestellt wird,
! dass ich durch die vorliegenden Papiere die Einschaltung des Vormundschaftsgerichts mit allen psychischen und finanziellen Belastungen vermeiden kann. Dazu brauche ich meinen Betreuer, der sich um die Durchsetzung meiner Patientenverfügung bemüht, einen Arzt, der die Sterbebegleitung mit möglichst optimaler Medikation bei möglichen Schmerzen, Unruhezuständen etc. übernimmt, und in den meisten Fällen eine Pflegeeinrichtung, die auch das Sterbendürfen unter solchen Voraussetzungen zulässt wie in dem erwähnten Fall in Traunstein.
Ich habe vor kurzem eine solche Sterbebegleitung erstmals für eine Frau übernommen, die ca. ein Jahr zuvor eine akute Hirnblutung hatte, so gut wie nicht reagierte und vom Sohn zum Zweck des „Sterbendürfens“ von einem Pflegeheim in das eigene Haus geholt wurde. Sie wurde sehr liebevoll und gut gepflegt. Ohne Nahrung und mit wenig Wasser und Medikamenten lebte sie noch vier Wochen. Es war für uns alle nicht leicht. Aber wir wussten, wir müssen es tun, damit wir nicht weiter ihren Willen missachten . . .
Dr. med. Maria Hussain, Fürstenrieder Straße 95, 80686 München
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