ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2002Kognitionsleistung im Alter anhand von Knochendichte bei Frauen prognostizierbar?

MEDIZIN: Referiert

Kognitionsleistung im Alter anhand von Knochendichte bei Frauen prognostizierbar?

wne

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LNSLNS Bei 362 Seniorinnen aus Altenheimen der Ulmer Region wurde die Knochendichte sonographisch abgeschätzt und die Kognitionsleistung wurde mit einem standardisierten Kurztest erfasst. Die Seniorinnen wurden anhand dieser Testergebnisse in etwa drei gleich große Gruppen aufgeteilt. Die Einstufung erfolgte nach mäßiger, mittlerer und guter Kognitionsleistung.
Das Fünftel der Frauen, die eine hohe Knochendichte aufwies (> 40 dB/ MHz), hatte mehr als dreimal so häufig eine gute Kognitionsleistung im Vergleich zu dem Fünftel der Frauen, bei denen eine schlechte Knochendichte (~ 20 dB/MHz) nachgewiesen worden war: 52 Prozent zu 15 Prozent.
Umgekehrt kam bei schlechter Knochendichte eine mäßige Kognition doppelt so oft vor wie bei guter Knochendichte: 41 Prozent zu 20 Prozent.
Dieser signifikante Bezug zeigte sich für alle Altersgruppen, auch bei den über 85-Jährigen, die mehr als ein Drittel des Gesamtkollektives ausmachten. Dort hatten jene mit hoher Knochendichte sogar viermal häufiger gute kognitive Leistungen als jene mit schlechter Knochendichte (47 Prozent zu 11 Prozent).
Darüber hinaus wurden bei einem Eintritt der Menopause bis zum 45. Lebensjahr doppelt so oft wie bei einer Menopause nach dem 50. Lebensjahr (37 Prozent zu 16 Prozent) mäßige kognitive Leistungen verzeichnet.
Der Autor folgert, dass ein langes Östrogen-Defizit postmenopausal nicht nur für das Knochensystem ungünstig ist, sondern auch zur Gehirnleistungsminderung bis zum Alzheimerrisiko führen kann. wne

Wenderlein JM, Hengstler S: Knochendichte mit Bezug zur kognitiven Leistung im Alter. Ztsch Geburtshilfe und Frauenheilkunde 2002; 62: 30–36.

Prof. Dr. med. Matthias Wenderlein, Universitätsfrauenklinik und Poliklinik, Prittwitzstraße 43, 89075 Ulm

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