ArchivDeutsches Ärzteblatt41/1996Berufskrankheiten: Bei HNO-Ärzten . . .

SPEKTRUM: Leserbriefe

Berufskrankheiten: Bei HNO-Ärzten . . .

Drumm, Rudolf

Zu dem Leserbrief der Dres. S. Baldus und K. Volk in Heft 30/1996
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS . . . Es ist allgemein bekannt, daß beispielsweise Zahnärzte, Stenotypisten, Musiker (Geiger) und Chirurgen keine Stirnlampen und Spiegel am Kopf tragen und damit auch nicht einäugig arbeiten. Dies ist aber – im Gegensatz dazu – bekanntlich bei den HNO-Ärzten berufsbedingt gegeben. Durch diese optischen Bedingungen werden Wirkabläufe hervorgerufen, die über Fehlhaltungen und -belastungen die Erkrankungen verursachen müssen. Diese Wirkabläufe sind bei den vorerwähnten Beispielen wie bei Zahnärzten etc. nicht vorhanden. Die schwere Last bei der BK-Nr. 2109 wirkt, wie der Text der BK ausdrücklich festlegt, auf die Schulter und nicht auf die Halswirbelsäule. Die Last wirkt achsennah zur Achse Halswirbelsäule ein. Ein Hebelarm-Effekt entfällt. Nur ein geringer Anteil der Last wirkt seitlich auf die Achse Halswirbelsäule, diese stellt damit eine Art Widerlager dar.
Bei der Arbeit des HNO-Arztes wirkt die Last direkt und voll auf die Halswirbelsäule und ganz besonders auf die Kopfgelenke. Die spezifische Überlastung der Kopfgelenke führt von da zu Reizweiterleitungen an die Hirnzentren, es kommt zu Schwindel (Nystagmus). Die Summe aus Eigenlastgewicht des Kopfes und ausschlaggebendem Kraftlastgewicht des Hebelarmes Kopf ist weitaus größer als der geringe Anteil aus dem Gesamtlastgewicht von 50 kg. Die berufliche Belastung bei den HNO-Ärzten ist unter den dargestellten Bedingungen profilierter als beim Tragen schwerer Lasten auf der Schulter (BK-Nr. 2109) und vor allem spezifisch. Unter den vergleichbaren Voraussetzungen sind die epidemiologischen Erkenntnisse bei der BK-Nr. 2109 auf die Verhältnisse bei den HNO-Ärzten zu übertragen. Die Wirkabläufe bei der BK-Nr. 2109 verursachen unter anderem Zugkräfte der Muskeln, deren Ansätze sind dadurch überlastet und erkranken. Somit sind auch die arbeitstechnischen Voraussetzungen zur Anerkennung einer BK nach Nr. 2101 gegeben.
Dr. med. Rudolf Drumm, Am Königsweingarten 13, 78351 Bodman-Ludwigshafen
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote