ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2002Diagnostische Marker: Herzinsuffizienz früher diagnostizieren

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Diagnostische Marker: Herzinsuffizienz früher diagnostizieren

Dtsch Arztebl 2002; 99(41): A-2728 / B-2320 / C-2064

Bischoff, Martin

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LNSLNS Der Verdacht auf eine Herzinsuffizienz konnte bisher nur mittels Röntgenuntersuchung, Lungenfunktionstests, Gehtests und Echokardiogramm verifiziert werden. Was fehlte, war ein rasch
und preiswert durchführbarer Test zu Frühdiagnose und Therapiekontrolle einer Herzinsuffizienz. Diese Lücke wird mit Elecsys pro BNP von Roche Diagnostics geschlossen.
Das vollautomatisch arbeitende System misst den Spiegel des natriuretischen Eiweißmoleküls NT-proBNP (N-terminales pro-brain natriuretic peptide) im Blut. Dieses Neurohormon, so berichtete Prof. Christian W. Hamm (Bad Nauheim), werde fast ausschließlich vom Myokard unter Belastung ausgeschüttet, während das atriale natriuretische Hormon (ANP) im Vorhof gebildet werde. Erhöhte Werte von NT-proBNP deuteten auf eine Herzinsuffizienz hin. Bei einem normalen Spiegel hingegen könne eine Herzschwäche fast hundertprozentig ausgeschlossen werden.
Die Einsatzmöglichkeiten des Markers sind damit aber noch nicht ausgeschöpft. Nach Ansicht von Prof. Christian Hall (Oslo) könnte sich das System auch dazu eig-nen, asymptomatische Hochrisiko-Patienten zu „screenen“ und bei erhöhten NT-proBNP weitere diagnostische Schritte einzuleiten.
Für die Tauglichkeit des Markers stehen mehrere Untersuchungen, zum Beispiel eine Substudie der COPER-NICUS-(Carvedilol Prospective Randomized Cumulative Survival-)Studie mit schwer herzinsuffizienten Patienten. Prof. Hugo A. Katus (Heidelberg) konnte zeigen, dass sich aus der Höhe des NT-proBNP-Spiegels eindeutige Hinweise auf das Risiko für Gesamtmortalität und Hospitalisierung entnehmen ließen. Im Vergleich zu etablierten klinischen Risikomarkern zeigte NT-proBNP eine höhere Aussagekraft. In anderen Untersuchungen waren bei Therapiekontrolle mit NT-proBNP weniger kardiovaskuläre Ereignisse und eine geringere Sterblichkeit zu verzeichnen als unter klinischer Überwachung.
Erste Untersuchungen zeigen, dass NT-proBNP auch bei akutem Koronarsyndrom anwendbar ist. In Verbindung mit Troponin T ermöglicht es, die Prognose dieser Patienten besser abzuschätzen.
Martin Bischoff
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