ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2002Der eigene Körper als Symbol? Der Körper in der Psychoanalyse von heute

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Der eigene Körper als Symbol? Der Körper in der Psychoanalyse von heute

PP 1, Ausgabe Oktober 2002, Seite 434

Hirsch, Mathias

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Psychoanalyse
Nachvollziehbar
Mathias Hirsch (Hg.): Der eigene Körper als Symbol? Der Körper in der Psychoanalyse von heute. (Bibliothek der Psychoanalyse). Psychosozial-Verlag, Gießen, 2002, 281 Seiten, kartoniert, 36 A
Es gehört zu den weitverbreiteten Vorurteilen gegen die Psychoanalyse, dass sie dem Körper und seinen Funktionen zu wenig Raum gebe. Der von Mathias Hirsch vorgelegte Band, in dem er neben eigenen die Beiträge sieben zeitgenössischer Psychoanalytiker versammelt, belehrt eines Besseren. Es wird nachvollziehbar, wie die Psychoanalyse von Anfang an Körper und Psyche als ein Funktionskontinuum verstanden hat und in ihren entwicklungspsychologischen Vorstellungen den Differenzierungsprozess der psychischen Funktionen aus den körperlichen Vorgängen heraus zu fassen versuchte.
Dabei bestechen die Beiträge vor allem dadurch, dass sie die Einsichten der letzten 15 Jahre in psychosomatische und somatopsychische Zusammenhänge integrieren, wie sie zum Beispiel mit W. R. Bions Ideen zu den ersten Gedanken des Säuglings oder
E. Gaddinis Überlegungen zur frühen Strukturbildung der Psyche möglich geworden sind. Spannend stellen die Beiträge dar, dass unterschiedliche körperliche Symptome Symbolisierungsfunktionen übernehmen können, wie es zum Beispiel bei der Konversion der Fall ist, andererseits dieselben Symptome aber auch einen Zusammenbruch der Symbolisierungsfähigkeit anzeigen können, wenn der Körper nur noch zur Erledigung von Spannungszuständen und zur Abwehr einer drohenden psychischen Desintegration benutzt wird.
Der klinischen Anwendung der psychoanalytischen Konzepte dienen Beiträge, in denen das therapeutische Vorgehen bei mangelhaft symbolisierten Körpersyndromen und die kommunikative Funktion des Körpers in der analytischen Psychotherapie dargestellt werden. Alf Gerlach
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