ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2002Gutachterverfahren: Etabliertes Kontrollinsturment

BRIEFE

Gutachterverfahren: Etabliertes Kontrollinsturment

PP 1, Ausgabe Oktober 2002, Seite 458

Wolf, Stefan

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LNSLNS Kein Psychotherapeut schreibt gern Psychotherapieanträge . . . Deshalb ist zu befürchten, dass vielen der Tenor des Artikels aus dem Herzen spricht. Doch man freue sich nicht zu früh: Der Beitrag macht nämlich unfreiwillig deutlich, dass die ärgste Gefahr für den Fortbestand der Psychotherapie als Kassenleistung nicht von der Politik ausgeht oder von den Krankenkassen, sondern von den Psychotherapeuten selbst. Psychotherapie wird, wie jede andere Therapiemethode in der Medizin auch, nur dann eine Zukunft als Regelleistung haben, wenn sie mit Qualitätskontrolle und Mengenbegrenzung einhergeht. Wer das einzige etablierte Instrument der Kontrolle und Begrenzung in der Psychotherapie, das Gutachterverfahren, mit welchem Paragraphenzauber auch immer auszuhebeln versucht, ohne zu erkennen zu geben, welches andere effektivere Instrument er einzuführen gedenkt, drängt diese Heilmethode ins Aus . . .
Dr. Stefan Wolf, Luisenstraße 48, 10117 Berlin
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