ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2002Gutachterverfahren: Unqualifiziert
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS . . . Über Mobbing wurde schon manches Törichte geäußert, aber hier wird eine neue Höchstmarke gesetzt. Ein administrativer Vorgang – die Wirtschaftlichkeitsprüfung einer Psychotherapie vor deren Beginn (statt nach erbrachter Leistung, wie es in den übrigen Arztpraxen der Fall ist) – wird als Maßnahme zur Disziplinierung, Schikanierung, wirtschaftlichen Schädigung, Diskriminierung, Nötigung und Zerstörung des beruflichen Selbstverständnisses interpretiert. Wir kennen ähnliche Äußerungen von pubertären Jugendlichen oder Patienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung, welche in der allgemeinen Schulpflicht, in der Geschwindigkeitsbegrenzung, der Umsatzsteuer, der Approbationsordnung oder welcher gesellschaftlichen Regel auch immer eine empörende Einschränkung ihrer Autonomie und Herabwürdigung ihrer persönlichen Freiheit wahrnehmen. Damit können wir elterlich oder therapeutisch umgehen, aber im vorliegenden Fall bleiben wir ratlos. Sollte es sich vielleicht um eine Satire handeln, die mit den Mitteln der ironischen Übertreibung auf Missstände aufmerksam machen will? Aber auch bei mehrfachem Lesen findet sich keine Spur von Humor, hier meint es jemand bitter ernst . . .
Prof. Dr. med. G. Rudolf, Thibautstraße 2, 69115 Heidelberg
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Stellenangebote