ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2002Gutachterverfahren: Formulierungsgeschick
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LNSLNS . . . Seitdem ich diesen Artikel gelesen habe, habe ich noch mehr Schwierigkeiten, mich zu überwinden, diese Berichte an die Gutachter zu schreiben, als vorher schon. Ich habe es auch nach mehr als zehnjähriger psychotherapeutischer Praxis als eine überdimensionale Belastung empfunden, sogar für Kurzzeittherapie einen Bericht schreiben zu müssen, zumal die Beurteilung durch die Gutachter dermaßen willkürlich erscheint, dass ich oft nicht weiß, was es soll, wenn ich als Begründung für die Ablehnung einer Therapie lesen muss, dass es sich zwar um eine behandlungsbedürftige Erkrankung handele, dass ich aber nicht deutlich gemacht habe, wie ich mit dem begrenzten Leistungsumfang zu einem befriedigenden Ergebnis kommen will. Einmal schrieb ein Gutachter, dass ich mich zu umgangssprachlich ausgedrückt hätte und er deshalb nur eine Probetherapie befürworten würde.
Daran wird doch deutlich, dass nur die Formulierungsfähigkeit im Sinne eines Gutachters beurteilt wird und nicht die praktische Arbeit mit den Patienten . . .
Und es gibt noch nicht einmal einen finanziellen Anreiz, sich für diese Berichte anzustrengen. Sie erfordern mindestens zwei bis drei Stunden Zeit und werden schlechter bezahlt als eine einzige Therapiestunde . . .
Maren Walla-Kaufmann, Am Binsenteich 30, 47239 Duisburg
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