ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2002Gentherapie: Weitere Studien gestoppt

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Gentherapie: Weitere Studien gestoppt

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LNSLNS Moratorium zur Gentherapie mit Retroviren auch in Frankreich und USA
Bundes­ärzte­kammer und Paul-Ehrlich-Institut wollen an dem Moratorium zur Gentherapie in Deutschland festhalten. Im Juni hatten sie alle Studien gestoppt, in denen Retroviren als Vektor („Genfähre“) eingesetzt wurden, um fremde Gene in das menschliche Erbgut zu integrieren. Dies ist mit Risiken verbunden. Denn die Retroviren werden ebenfalls ins Erbgut integriert, wo sie möglicherweise ein Krebswachstum induzieren können.
Inzwischen sind auch in Frankreich und den USA alle Studien zur Gentherapie gestoppt worden. Ursache war das Auftreten einer „lymphoproliferativen Erkrankung“ bei einem Kind, das am Pariser Institut Necker eine Gentherapie erhalten hatte. Das Kind litt an einer X-chromosomalen kombinierten Immundefizienz (X-SCID). Nach Bekanntwerden der Komplikation wurden in den USA drei weitere Studien abgebrochen. Britische Forscher wollen dagegen ihre Studie fortsetzen. Am Great Ormond Street Hospital in London sind bisher vier Kinder mit X-SCID behandelt worden. Alle seien wohlauf, hieß es in einer Pressemitteilung. Für die meisten Kinder mit X-SCID gebe es kaum eine Alternative. Eine Transplantation von gewebefremden Stammzellen sei häufig erfolglos und mit einer Behandlungsmortalität von 20 Prozent verbunden.
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