ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2002Psychotherapie: Psychotherapiebedarf für Ältere beachten
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LNSLNS Aus Sicht der „Deutschen Gesellschaft für Geronto-psychiatrie und -psychotherapie e.V.“ muss ich feststellen, dass in den beiden Artikeln deutliche Zeichen des von uns oft beklagten
„Ageism“ festzustellen sind.
So werden in dem Artikel über Suizidprävention in Bezug zur hohen Suizidrate der über 60-jährigen Bevölkerung weniger präventive Gesichtspunkte dargestellt als vielmehr Erklärungen für den im hohen Lebensalter „gesellschaftlich akzeptierten“ Suizid gegeben. Die „geringe gesellschaftliche Wahrnehmung und Aufmerksamkeit“ gegenüber alten Menschen ändert sich durch alleiniges Feststellen noch keineswegs. Gerade hier wäre eine sehr bewusste Suizidprävention angebracht, da diese Altersgruppe bezüglich Suizid eine echte Hochrisikogruppe ist!
Aber wie der Artikel zur Psychotherapie zeigt, ist diese Gruppe ja beim Zugang zur Psychotherapie nahezu ausgeschlossen: Zumindest werden bezüglich der Überlegungen zur Versorgung mit psychotherapeutischen Leistungen die über 64-Jährigen in dem genannten Artikel schon gar nicht mehr berücksichtigt, bei Kindern und Jugendlichen sieht man wenigstens noch 17 % Behandlungsbedürftigkeit. Dies entspricht den bekannten Untersuchungen, die bei psychotherapeutischen Leistungen einen Anteil von weniger als ein Prozent der über 65-Jährigen nachweisen.
Vielleicht wäre es sinnvoller, endlich auch den Bedarf an Psychotherapie für unsere älteren Mitbürger zu sehen, als ihre hohe Suizidrate festzustellen – als suizidpräventive Maßnahme!
Rainer Kortus, Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e. V., ZfP Winnenden, Schlossstraße 50, 71364 Winnenden
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