SUPPLEMENT: Reisemagazin

Lanzarote: Sonnenverwöhnte Feuerinsel

Baum, Toni

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Fotos: Spanisches Fremdenverkehrsamt Lanzarote: Playa del Papagayo
Fotos: Spanisches Fremdenverkehrsamt Lanzarote: Playa del Papagayo
Das Gewicht kleiner Gäste tarieren die Camelleros mit Sandsäcken exakt aus. Bequem und sicher sitzen die Touristen in Zweiersesseln und schaukeln in langer Reihe auf Dromedarrücken durch die Stille der Lava-Ascheberge. Der 51 Quadratkilometer große Timanfaya-Nationalpark bietet ein imponierendes Naturschauspiel. Erst 266 Jahre liegen die
letzten, verheerenden Ausbrüche zurück, die vom 1. September 1730 bis 1736 andauerten und die die Feuerberge entstehen ließen. 300 Vulkankegel ragen auf Lanzarote in den blauen Himmel. Eine bizarre Mondlandschaft, in der kein Vogel singt. Oben am Islote de Hilario steht das feuerfeste „Teufels-Restaurant“. Ein Vulkanschlot heizt den Grill, denn in nur zehn Zentimeter Tiefe wird die Erde oft 140 Grad Celsius heiß. Wasser, in ein Erdloch gegossen, schießt in Sekunden als Dampf hoch wie ein Geysir. Hier am Islote starten Busse zur 14 Kilometer langen Vulkanroute, auf der man sich fast wie ein Astronaut auf dem Mond fühlt. Tatsächlich kam die NASA für erste Mondfahrer-Tests hierher.
Schätzungsweise 2,5 Millionen Gäste besuchen jährlich die eigenwilligste, viertgrößte Insel der Kanaren. Heißer Wüstenwind weht aus der 130 Kilometer nahen Sahara herüber. Die Passatwolken können sich nicht abregnen, weil die Berge zu niedrig sind. Ein Klima, so trocken und mild, dass es auch bei Erkrankungen der Atemwege eine heilsame Wirkung zeigt.
Auf Lanzarote gibt es keine Hotelburgen. Dafür sorgte César Manrique. Bis zu seinem Unfalltod im Jahr 1992 setzte sich der Umweltschützer und Maler auf seiner Heimatinsel mit Erfolg für die weiße, schlicht-schöne Inselarchitektur mit grünen Fensterläden und Türen ein. Heute steht die halbe Insel unter Naturschutz. Lanzarote ist die erste Insel, die mit dem Unesco-Siegel als Biosphärenreservat ausgezeichnet wurde. Sandstrände zeichnen die Feriendomäne Costa Teguise im Nord-
Lanzarote: Teguise, die ehemalige Hauptstadt im Nordosten
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osten aus. Dahinter schlägt das „grüne“ Herz Lanzarotes: In Haria bezaubert das Tal der 1 000 Palmen, in Guatiza sind es Opuntienfelder mit Cochenille-Kulturen zur Gewinnung roter Farbe (für den Campari) und der Jardin de Cactus, nahe den alten, von Windrädern getriebenen Salinen von Los Cocoteros. César Manrique holte über 1 400 Kakteenarten aus aller Welt, die im Lavatrichter prächtig gedeihen. Einen Naturkonzertsaal für 1 000 Gäste schuf der Künstler in der riesigen Lavahöhle Jameos del Aqua. Daneben leben in der dunklen Lagune auf Lanzarote endemische Albino-Krebse. Etwas Mystisches haben Wanderführungen durch das Höhlenlabyrinth der Cueva de los Verdes, das einst den Insulanern als Versteck vor Piraten wie „Dogli“, dem Türken, diente. Zu Manriques Meisterwerken zählt ebenso der perfekt in die Steilküste eingepasste „Mirador del Rio“ mit Blick auf die Farbtupfer dreier vorgelagerter Naturschutzinseln. Nur La Graciosa, die Anmutige, ist bewohnt; die unruhige Überfahrt vom Fischerhafen Orola lohnt sich.
Südlich der neuen Metropole Arrecife erstreckt sich Puerto del Carmen mit seinem Yachthafen und sanften Stränden. Inseleinwärts erstreckt sich La Geria, wo der Malvasier wächst.
Kein Gast lässt sich das Örtchen Yaiza entgehen. Berühmt ist die Vorzeige-Hotelanlage „Gran Meliá Las Salinas“ an der Costa Tequise. Allerdings muss sie sich vor der Konkurrenz im Südosten in Acht nehmen, seit es die Hotelanlage „Los Jameos Playa“, ein Seaside Hotel „on the sunny side“, gibt. Toni Baum

Reise-Tipps
Flüge: Herbst/Winter ab Düsseldorf–Arrecife ab 289 bis 519 Euro
Pauschalangebote: Yaiza, Finca Salinas, ÜF-Tag pro Person ab 80 Euro (LTU-Plus); Costa Teguise, zwei Wochen Playaverde Hotel, Flug/HP pro Person ab Oktober 1 236 Euro (Jahn Reisen); an der Playa de los Pacillos, zwei Wochen Viersternehotel Select Los Jameos Playa, Flug, ÜF pro Person ab Oktober 1 444 Euro (ITS), www.seaside-hotels.de
Auskünfte und Prospekte:
Spanisches Fremdenverkehrsamt, 40237 Düsseldorf, Grafenberger Allee 100, Telefon: 02 11/6 80 39 80, Fax: 02 11/6 80 39 85. N
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