ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2002Bayerischer Ärztetag: Körperschaften neu definieren

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Bayerischer Ärztetag: Körperschaften neu definieren

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Nahmen am 55. Bayerischen Ärztetag in Freising teil: Dr. Ursula Auerswald, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer; Dr. H. Hellmut Koch, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer; Christa Stewens, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Frauen und Familie; Dr. Anneliese Lengl, Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbandes Freising; Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer; Fritz Forster, Bürgermeister der Stadt Freising; Erika Görlitz, Staatsekretärin im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz (von links) Foto: Bayerisches Ärzteblatt
Nahmen am 55. Bayerischen Ärztetag in Freising teil: Dr. Ursula Auerswald, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer; Dr. H. Hellmut Koch, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer; Christa Stewens, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Frauen und Familie; Dr. Anneliese Lengl, Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbandes Freising; Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer; Fritz Forster, Bürgermeister der Stadt Freising; Erika Görlitz, Staatsekretärin im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz (von links) Foto: Bayerisches Ärzteblatt
Koch: Ärztekammern an die Bedürfnisse der Gesellschaft anpassen
Ganz im Zeichen bundespolitischer Themen stand die Eröffnungsveranstaltung des 55. Bayerischen Ärztetages in Freising. Mit Blick auf die Diskussion über die Zukunft der ärztlichen Selbstverwaltung wies Dr. med. H. Hellmut Koch, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK), darauf hin, dass Kassenärztliche Vereinigungen und Ärztekammern für eine unbelastete Arzt-Patienten-Beziehung erforderlich seien. Koch räumte jedoch ein, dass die ärztlichen Körperschaften neu an den Bedürfnissen der Gesellschaft und den Ansprüchen der Patienten ausgerichtet werden müssten. „Wir müssen unsere Körperschaften auch für die Ärztinnen und Ärzte neu definieren; dabei werden wir vor allem auch bei unseren Kolleginnen und Kollegen um Akzeptanz werben müssen“, kündigte Koch an.
Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, warnte vor zahlreichen Delegierten und Gästen der Eröffnungsveranstaltung vor einer Auflösung der ärztlichen Selbstverwaltung und einer völligen Standardisierung des ärztlichen Handelns. So sei der von der Bundesregierung geforderte so genannte Ärzte-TÜV international höchst strittig, weil kostenintensiv und ineffizient. Auch das geplante „Deutsche Zentrum für Qualität in der Medizin“ sei Kennzeichen dieser Politik. Setze sich die Regierung mit ihren Forderungen durch, sei Checklistenmedizin in einem begrenzten Behandlungsspektrum zu befürchten.
Schwerpunkt der Arbeitstagung war der zunehmende Mangel an Ärzten in der Patientenversorgung. Wie auch in anderen Bundesländern sei die Lage vor allem in ländlichen Gegenden kritisch. Nach Angaben der BLÄK ist der zahlenmäßige Aufwärtstrend bei den bayerischen Ärztinnen und Ärzten deutlich abgeschwächt. Es wäre falsch, von einem „Ärztemangel“ zu sprechen, sagte Kammerpräsident Koch gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Vielmehr wanderten immer mehr Ärzte in andere Berufsfelder ab und stünden der Patientenversorgung nicht mehr zur Verfügung.

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