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Stellenbörse: Warnung

Dtsch Arztebl 2002; 99(43): A-2850 / B-2425 / C-2270

Hammacher, Fritz-Karl

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LNSLNS Ich möchte einmal die Nachteile bewusst machen, die sich bei der Verwirklichung des Krankenhausabbaus für viele Gruppen der Bevölkerung und die Struktur der Gemeinden sowie die Umwelt ergeben würden:
- Zahlreiche Arbeits- und auch Ausbildungsplätze für Ärzte, Krankenpflegerinnen und -pfleger sowie technisches Personal würden verloren gehen. Betreffend die Ausbildungs- bzw. Weiterbildungsstellen kann der Wert einer Einführung ins praktische Berufsleben auch als Vorbereitung für eine spätere Selbstständigkeit unter Anleitung und Überwachung erfahrener Kollegen gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Das heißt natürlich nicht, dass nicht in vielen Krankenhäusern die Unternehmensstruktur reformbedürftig ist in dem Sinne, dass hierarchische Strukturen aufgelöst und durch bedarfsgerechte, partnerschaftlich organisierte Strukturen ersetzt werden, wie sie schon vielfach im Ausland gegeben sind, weshalb auch viele junge deutsche Ärzte dorthin abwandern.
- Meiner Ansicht nach muss im ländlichen Bereich bei Städten ab 20 000 Einwohner ein Krankenhaus vor Ort sein, damit sowohl bei Unfällen als auch bei anderen Notfällen eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung in kurzer Zeit möglich ist. Hier wurden in Zusammenarbeit mit den Rettungsstationen in den letzten Jahren vorzügliche Strukturen geschaffen.
- Für die Infrastruktur der Gemeinden ab einer gewissen Größe ist das Vorhandensein eines Krankenhauses von großer Bedeutung – nicht nur, aber auch wegen der Arbeitsplätze.
- Für die Umwelt würde der Verlust von zahlreichen Krankenhausstandorten in unserer mobilen Gesellschaft zwangsläufig unzählige zusätzlich gefahrene Kilometer bedeuten (Patienten, Besucher, Rettungswagen, Mitarbeiter), das heißt mehr CO2-Ausstoß, noch größeres Verkehrschaos.
Ich hoffe, dass sich diesen meinen Überlegungen und Warnungen viele Menschen aus allen Parteien anschließen werden und eine dagegensteuernde Bewegung von zahlreichen Stellen ausgeht, um großes Unglück zu vermeiden.
Dr. med. Fritz-Karl Hammacher, Blücherstraße 7, 48703 Stadtlohn
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