ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2002Hormonersatz: Lebensqualität beachten
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LNSLNS Sicherlich haben die negativen Kommentare aus den Medien Unruhe und Ängste bei den Ärzten und Patientinnen verbreitet, aber man sollte von Anfang an klarstellen, dass diese HET nicht für alle Frauen geeignet ist. Es gibt kein Medikament, das nur positive Auswirkungen hat.
Nach meiner Meinung ist die WHI-Studie auch falsch interpretiert worden. Es gibt doch nicht nur Brustkrebs, wovor wir unsere Patientinnen schützen müssen, sondern auch andere Erkrankungen bzw. Zustände, die wir auch beachten müssen.
Wenn man die absoluten Zahlen der Studie betrachtet, könnte man auch sagen, dass diese für die Hormontherapie spricht:
- Bei 10 000 Frauen gibt es nach fünf Jahren nur acht Fälle (8,08 %) mehr Brustkrebs im Vergleich mit der Placebo-Gruppe, gleichzeitig aber sechs Fälle (0,06 %) weniger bei kolorektalem Karzinom und fünf Fälle (0,05 %) weniger an Hüftfrakturen.
- Die eventuellen Nebenwirkungen wie Thrombosen, Herzinfarkte und Schlaganfälle können auch in Verbindung mit der Auswahl der Patientinnen stehen.
Bei diesen kleinen Unterschieden in den absoluten Zahlen zwischen den Patientinnen mit HET und Placebo sollte man auch nicht vergessen, dass die Lebensqualität eine sehr große Rolle spielt – mit oder ohne Krebs.
Dr. Dr. med. J. R. Wolf, Nordring 30, 50259 Pulheim
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