ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2002Die koronare Herzkrankheit der Frau
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„Frauenherzen schlagen anders“

Johannes Brachmann, Hans Jochen Medau (Hrsg.): Die koronare Herzkrankheit der Frau. Steinkopff Verlag, Darmstadt, 2002, XIV, 234 Seiten, 47 zweifarbige Abbildungen, 51 Tabellen, gebunden, 39,95 €
In Publikationen der letzten Jahre wurde vielfach darauf hingewiesen, dass Frauen bei Diagnostik und Therapie von Herzkrankheiten benachteiligt sind. Bei Frauen erfolgen invasive und konservative Maßnahmen seltener als bei Männern. Das Buch befasst sich mit den verschiedenen Facetten kardiovaskulärer Krankheiten bei Frauen. Neben Epidemiologie, Risikoprofil und Prävention werden die Endothelfunktion sowie molekularbiologische Aspekte, jeweils im Hinblick auf den Geschlechtsunterschied, dargestellt. Die Beiträge bestätigen die eingangs erwähnte Benachteiligung der Frauen. Beruhigend ist zwar, dass die Infarkthäufigkeit bei Frauen geringer ist als bei Männern. Tritt aber ein Infarkt ein, so ist die Überlebensrate bei Frauen ungünstiger. Die Problematik der Risikofaktoren wird – etwas redundant – gleich von mehreren Autoren teilweise sehr ausführlich abgehandelt. Der aktuelle Stand der Hormonsubstitution wird eindrucksvoll den aktuellen Empfehlungen entsprechend dargestellt. Bei den nichtinvasiven Verfahren vermisst man eine schlüssige Erklärung für die geringere Zuverlässigkeit der Methoden (Belastungstests) bei Frauen.
Das Buch ermöglicht einen aktuellen Überblick über die Problematik, „dass Frauenherzen anders schlagen“. Für Kardiologen ist dieses Buch eine Pflichtlektüre, die vielleicht zu einer stärkeren Beachtung kardiovaskulärer Erkrankungen bei Frauen führt. Herbert Löllgen
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