ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2002Koma. Eine Geschichte vom Überleben

BÜCHER

Koma. Eine Geschichte vom Überleben

Dtsch Arztebl 2002; 99(43): A-2852 / B-2426 / C-2271

Hoffmann-Kunz, Monika; Volkhardt, Volkmar

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Koma
Vom Prinzip Hoffnung
Monika Hoffmann-Kunz, Volkmar Volkhardt: Koma. Eine Geschichte vom Überleben. Mabuse-Verlag, Frankfurt/Main, 2002, 224 Seiten, kartoniert, 15,90 €
Es geht um einen Kollegen, den wir kennen könnten. Er ist jetzt 62 Jahre alt und würde noch als Arzt arbeiten, wenn nicht ein schwerer Unfall zu einem apallischen Syndrom geführt hätte. Seit sechs Jahren kämpft seine Lebensgefährtin um ihn, schreibt ihm Briefe, um am Leben zu bleiben und ihre Kraft zu behalten. Sie hatten ein Buch zusammen schreiben wollen . . .
Die Autorin ist Erzieherin, Lehrerin und Psychotherapeutin. Sie beobachtete den Kranken aufmerksam; Stimmungen schien er zu erfassen. Sein teilweiser Tod veranlasste sie zu der Frage, ob ihm nicht ein Leben bevorstünde, das er nie wollen würde? Aber sie will das „Prinzip Hoffnung“ nicht verlieren. Ein Erwachen aus dem Koma ist noch nach Jahren möglich; die Kranken dürfen nicht aufgegeben werden. Sie lernt ein völlig neues Glück kennen. „Unsere Beisammensein sind wie Abenteuer! Noch sprechen wir in verschiedenen Sprachen . . .“
Der Dauerstress (wer zahlt, wie lange?) und die Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen sind das Schwerste, dazu die weiten Wege in Berlin. Die Frau schreibt nur von körperlichen und finanziellen Grenzen, nicht von seelischen. Nach jahrelangem Kampf nimmt sie ihr Schicksal an. Sie weiß, dass sie auch an sich selbst denken muss, denn nur der kann kontinuierlich geben, der auch selbst etwas erhält.
Ein Bericht „von innen“. Dieses Buch berührt zutiefst, vermittelt aber betroffenen Angehörigen viel Mut und Sachkenntnis, auch durch die angefügten Epikrisen, Adressen und Literaturhinweise. Maja Rehbein
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