ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2002Psychische Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen in der allgemeinärztlichen Praxis: Nicht nachvollziehbar

MEDIZIN: Kongressberichte und -notizen

Psychische Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen in der allgemeinärztlichen Praxis: Nicht nachvollziehbar

Dtsch Arztebl 2002; 99(43): A-2871 / B-2441 / C-2286

Hilby, Stefan

zu dem Beitrag von Dr. med. Bärbel Ziegert, Andreas Neuss, Prof. Dr. med. Beate Herpertz-Dahlmann, Prof. Dr. med. Waltraut Kruse in Heft 21/2002
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LNSLNS Die Autoren schreiben: „Nach den Ergebnissen der Screeninguntersuchung waren 15 bis 16 Prozent der Kinder beziehungsweise Jugendlichen auffällig.“ Muss es nicht heißen: „In der Screeninguntersuchung ordneten sich 15 bis 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen (oder ihre Eltern) in eine Rangskala ein, die nach genannten statistischen Kriterien als auffällige Werte definiert werden?“ Es gibt so viele Gründe, sich selbst (oder dem eigenen Kind) in bestimmten Items einen höheren Ausprägungsgrad zuzuschreiben, die nicht das geringste mit der Frage zu tun haben, ob eine Behandlungsbedürftigkeit gegeben ist oder nicht. Werden hier nicht eher Daten über die Normierungen und Wertvorstellungen der befragten Familien gewonnen?
Ist es nicht so, dass gerade die behandlungsbedürftigen Kinder und Jugendlichen sich in der Selbst- oder Elternbeschreibung gar nicht als auffällig präsentieren?
Entsprechende Skalierungen und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen zum Themenkomplex des so genannten „ADHS-Syndroms“ (ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung) sind für mich überhaupt nicht mehr nachvollziehbar. Ich möchte es wirklich verstehen!

Dr. med. Stefan Hilby
Brauhausgasse 2
97616 Salz

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